Coceral nimmt Ernteschätzung für die EU insbesondere bei Weizen zurück

Mehr Weizen in EU als 2020 - Weniger Weichweizen, Gerste und Roggen in Österreich

Wien, 13. September 2021 (aiz.info). - In seiner Ernteschätzung für die EU-27 und das Vereinigte Königreich (VK) vom 10. September nimmt der EU-Getreidehandelsverband Coceral zur vorangegangenen Prognose im Mai vor allem die Erwartung an die Weichweizenernte 2021 - nämlich um 3 Mio. t - zurück. Sie übertrifft aber mit 146 Mio. t immer noch das schwache Vorjahr mit 128 Mio. t. Österreich soll heuer gegenüber dem Vorjahr kleinere Ernten von Weichweizen, Gerste, Roggen, Raps und Mais einfahren.

In der EU-27 und dem Vereinigten Königreich (VK) werden in diesem Jahr 312 Mio. t Getreide produziert. Im Mai ist Coceral noch von 315 Mio. t ausgegangen. Im Vorjahr waren es in der EU-27 und im VK mit 297 Mio. t jedenfalls deutlich weniger. Die Gerstenernte setzt der Verband in diesem Jahr bei 60 Mio. t an, im Mai waren es noch 62 Mio. t und im Vorjahr 64 Mio. t. Dafür geht Coceral von deutlich mehr Mais in der EU aus, vor allem weil in Polen die Fläche nach oben korrigiert wurde. In der EU-27 und im VK sollen in diesem Jahr 67 Mio. t Mais erzeugt werden, das sind mehr als die im Mai angenommenen 65 Mio. t und mehr als die im Vorjahr produzierten 64 Mio. t. Die Getreideerzeugung liegt in Rumänien um 9 Mio. t über der des Vorjahres. In Bulgarien werden 3 Mio. t Getreide mehr erzeugt. Spanien (-3 Mio. t), Frankreich (-2,5 Mio. t), Dänemark (-1,3 Mio. t), Deutschland (-1 Mio. t) und Österreich (-0,5 Mio. t) verzeichnen einen Rückgang bei der Getreideernte in diesem Jahr. Die Rapsproduktion in der EU-27 und dem VK wird wie im Mai auf 18,5 Mio. t geschätzt. Das ist 1 Mio. t weniger als im Vorjahr.

2021 weniger Weizen, Gerste, Roggen, Mais und Raps in Österreich

Die heimische Weichweizenernte 2021 setzt Coceral - auch aufgrund einer Einschränkung des Anbaus um 10.000 ha auf 252.000 h - auf 1,411 Mio. t nach 1,592 Mio. t im Vorjahr an. Einen signifikanten Flächen- und Produktionsrückgang verzeichnet hierzulande auch Roggen. Die Fläche schrumpfte demnach um 10.000 ha auf 33.000 ha und die Erntemenge von 219.000 t auf 144.000 t. Weniger Ackerland - 123.000 ha nach 135.000 ha - bestellen Österreichs Landwirte auch mit Gerste, deren Produktion von 869.000 t auf 753.000 zurückfiel. Auffallend daran ist, dass zwar wieder einmal der Sommergerstenanbau um 1.000 ha auf 32.000 h leicht gesteigert wurde, die Erntemenge wegen des adversen Wetters im Frühjahr jedoch mit 131.000 t deutlich unter den 153.000 t des Vorjahres blieb. Durum verzeichnet bei einem Flächenplus von 2.000 ha (19.000 ha) eine mit 90.000 t um 11.000 t größere Ernte als 2020. Seine Talfahrt setzte der heimische Rapsanbau mit einer neuerlichen Verkleinerung der Anbaufläche um 4.000 ha auf 28.000 ha und einer um 30.000 t kleineren Ernte von 70.000 t fort.

Die in den kommenden Tagen startende Maisernte Österreichs schätzt Coceral auf 2.125 Mio. t und somit trotz der gedeihlichen Wetterlage über den Sommer kleiner als 2020, wo man auf 2.208 Mio. t kam. Dabei haben die Landwirte eine um 6.000 ha größere Fläche von 195.000 t mit Mais bestellt. Nur gleich viel (Kroatien: 1,789 Mio. t) oder ebenfalls sogar weniger Mais soll es demzufolge auch bei wichtigen Lieferanten im näheren Umfeld geben: vor allem in Ungarn mit 7,481 Mio. t (Vorjahr: 8,417 Mio. t), Serbien mit 6,498 Mio. t (Vorjahr: 7,600 Mio. t) und Tschechien mit 761.000 t nach 822.000 t. (Schluss) mö/pos

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