Deutscher Raiffeisenverband: Logistikengpässe als Herausforderung bei Ernte

Weiterhin Durchschnittsernte - aber Verschiebung zu mehr Gerste und weniger Weizen

Wien, 14. Juli 2022 (aiz.info). - Wiewohl der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) 2022 zwar weiterhin eine Durchschnittsernte von 43,2 Mio. t Getreide sowie 3,8 Mio. t Raps erwartet, stellten Logistikengpässe eine Herausforderung dar. Es fehlten derzeit die notwendigen Kapazitäten in der nationalen Logistik, so DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler.
 
Zahlreiche Binnenschiffe seien abgezogen, um Getreide aus der Ukraine über die Donau nach Mittel- und Westeuropa zu transportieren. In Deutschland fielen viele Lastenkähne zurzeit für den Getreidetransport aus, weil sie Kohle zu Kraftwerken transportierten. Zudem fehlten im deutschen Eisenbahnwesen Lokführer und bis zu 100.000 LKW-Lenker. Seedler fordert Vorrang für den Transport von Lebens- und Futtermitteln sowie die Anhebung des zulässigen Gesamtgewichts für LKW, um Versorgungsengpässen vorzubeugen.
 
Bei der Erwartung einer unveränderten Gesamtmenge passt der DRV die Ernteschätzungen einzelner Getreidearten an. Die teilweise schon eingefahrene Wintergerste bringt bessere Erträge und Qualitäten als bisher angenommen. Die erst begonnene Weizenernte korrigiert der DRV witterungsbedingt etwas nach unten und Seedler erwartet heterogene Ergebnisse - je nach Standort und Wasserversorgung. Die Prognose für die Körnermaisernte sinkt ebenfalls leicht, wobei sich die in den kommenden Tagen erwartete Hitzewelle zusätzlich negativ auswirken könne. (Schluss) pos
 
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