Ereignislose internationale Getreidemärkte vor WASDE-Bericht des US-Agrarressorts

Heimischer Markt bei guter Versorgung und international sinkenden Preisen eingeschlafen

Wien, 9. Dezember 2022 (aiz.info). - Die internationalen Getreide- und Ölsaatenmärkte blieben diese Woche im Vorfeld des letzten WASDE Berichts in diesem Jahr eher ereignislos. Praktisch eingeschlafen sei der österreichische Kassamarkt sowohl beim Brot- und auch Futtergetreide, bei Mais und auch Ölsaaten, hieß es um die dieswöchige Notierungssitzung der Wiener Produktenbörse. Das sinkende internationale Preisniveau und eine sich abzeichnende gute Versorgung des Weltmarkts mit Weizen spielten aktuell Aufkäufern in die Karten, wohingegen dies gleichzeitig die Abgabebereitschaft derer bremse, die auf Rohstoff sitzen.
 
Trotz eines 13-Monatetiefs der US-Weizennotierungen in der ersten Wochenhälfte bleibt Weizen aus den USA gegenüber den Angeboten vom Schwarzen Meer am Weltmarkt nicht konkurrenzfähig und die Exportzahlen enttäuschen. Die Weizenausfuhren der EU hingegen liegen etwas über dem Vorjahresniveau. Die Lockerung der Covid-Maßnahmen in China verbesserte in der zweiten Wochenhälfte die Stimmung an den Märkten, und ebenso trugen "Schnäppchenkäufe" an den Terminbörsen zu einer leichten Erholung der Notierungen bei. Insgesamt blieben die Futures-Märkte aber im Vorfeld des am Freitagabend zur Veröffentlichung anstehenden letzten Monatsberichts (WASDE) des US-Landwirtschaftsministeriums USDA zu den weltweiten Versorgungsbilanzen zurückhaltend. Vom Dezember-WASDE erwarteten die Märkte eine leichte Anhebung der Endbestandsprognosen. An News zu den Fundamentaldaten stachen aus Australien insbesondere ein guter Start der Weizenernte und angehobene Schätzungen der Canola-Raps-Erträge hervor.
 
Weizen und Mais an Euronext mit neuerlichem Wochenverlust - Raps gewinnt leicht
 
An der Euronext in Paris gab der Schlusskurs für Mahlweizen zur Lieferung im Dezember zwischen vorigem Freitag und Donnerstag dieser Woche von 320,50 auf 308,00 Euro/t nach. Mais zur Lieferung im März 2023 rutschte im Wochenabstand von 294,50 auf 291,00 Euro/t ab. Lediglich Raps mit Fälligkeit Februar 2023 verzeichnete im Wochenverlauf einen leichten Kursgewinn von 566,75 auf 571,25 Euro/t.
 
Keine Brotweizennotierungen in Wien - Mais gibt deutlich nach
 
An der Wiener Produktenbörse verschwanden am Mittwoch alle drei Brotweizennotierungen vom Kursblatt, und Mahlroggen notierte eine Spur tiefer als zuletzt. Bei Futtergetreide, Mais und Ölsaaten scheint es so, dass die Mischfutterwerke vom Markt seien und die Nassmais-Verarbeiter die Rohstoff-Übernahme abgeschlossen hätten. Die Wiener Futtermaisnotierung knickte damit gegenüber zuletzt am 23. November gar um 33 Euro/t unter die 300-Euro-Marke ein.
 
Da sich die Industrie zuletzt auch reichlich mit Mais und Ölsaaten aus der Ukraine eingedeckt habe, zeige sie sich satt und spiele nun um die im Inland vorhandenen Restmengen Katz und Maus - wobei sich die Lagerhalter momentan nicht aus ihren Löchern wagten.
 
Der Stillstand betraf auch Ölkuchen und Extraktionsschrote - keine Notierungen für inländische und importierte Soja- und andere Eiweißschrote kamen zustande. Lediglich inländischer Rapskuchen hielt unverändert die Stellung am Wiener Kursblatt.
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