EU-Agrarwetterdienst revidiert wegen Hitze und Dürre Herbsternten hinunter

Ertragserwartungen für Mais, Sonnenblumen und Sojabohnen deutlich reduziert

Brüssel, 27. Juli 2022 (aiz.info). - Das am Montag veröffentlichte MARS (Monitoring Agricultural Ressources)-Bulletin des Wissenschaftlichen Diensts der Europäischen Kommission (JRC Joint Research Center) revidiert wegen anhaltender Hitze und Dürre in großen Teilen Europas die Erwartungen an die Herbsternten deutlich nach unten. Demnach sinken gegenüber Juni die Schätzungen für die Hektarerträge in der EU von Mais um 7,9% auf einen Wert von 7,8% unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre, die für Sonnenblumen um 8,0% auf 6,7% unter das Fünfjahresmittel und die für Sojabohnen um 9,0% auf nunmehr 5,7% weniger als der Schnitt. Weitere moderatere Senkungen auf knapp unterdurchschnittliche Mengen nimmt das Bulletin an den Ertragsschätzungen für die im Sommer geernteten Kulturen wie Weizen und Gerste vor. 

Am stärksten von der Verschlechterung der Ertragslage sind die zuvor schon von lang anhaltenden Niederschlagsdefiziten betroffenen Regionen Spanien, Südfrankreich, Mittel- und Oberitalien, das Zentrum Deutschlands, der Norden Rumäniens, Ostungarn sowie die westliche und zentrale Ukraine. In der EU sollen die Flächenerträge von Mais heuer um 8,3% hinter das Vorjahresergebnis zurückfallen, die von Sonnenblumen um 8,4% und die der Sojabohnen um 3,6%. Bessere Bedingungen herrschten im abgelaufenen Monat in Irland, Skandinavien und im Baltikum. 

Österreich kommt besser davon als der Durchschnitt der EU

Auch Österreich kommt in den Prognosen sowohl von Weizen und Gerste als auch bei den erst im Herbst räumenden Früchten relativ besser als der Durchschnitt der EU davon. Der warme Juni habe zwar die Kornfüllung der Winter- und Sommergetreide gebremst, in Regionen mit ausreichend Niederschlag die Entwicklung von Sommergetreide aber begünstigt. Das JRC hob damit den Ertrag für Körnermais in Österreich leicht an und schätzt nun pro Hektar zwar noch um 2,1% weniger als aus der Ernte 2021, aber um 3,1% mehr als das Fünfjahresmittel. An Sonnenblumen sollen es hierzulande 9,8% weniger als im Vorjahr, aber um 0,3% mehr als in den letzten fünf Jahren sowie an Sojabohnen zum vorigen Jahr um 0,55% und zur Fünfjahresperiode um 3,5% mehr werden. (Schluss) pos
Bereitgestellt vom AIZ