EU-Agrarwetterdienst: Trockenheit verschlechtert Ernteaussichten dritten Monat in Folge

Ertragspotenzial in EU nunmehr unter Fünf-Jahres-Schnitt - In Österreich aber darüber

Wien, 21. Juni 2022 (aiz.info). - Anhaltend zu trockenes Wetter verschlechtert das Ertragspotenzial von Winterkulturen zur Ernte 2022 in Europa den dritten Monat in Folge, so das MARS (Monitoring Agricultural Ressources)-Bulletin des Wissenschaftlichen Diensts der Europäischen Kommission (JRC Joint Research Center) am Montag. In der EU fallen nun die Ertragsaussichten bei Weichweizen, Durum und Wintergerste etwas unter den Fünf-Jahres-Schnitt. Entgegen diesem Trend fanden die Winterungen in Österreich dank leicht überdurchschnittlicher Temperaturen und gedeihlicher Regenfälle während des vergangenen Monats gute Bedingungen vor. Daher sei hierzulande mit Erträgen von Weichweizen, Durum, Gerste und Raps über dem fünfjährigen Mittel und dem Vorjahresergebnis zu rechnen.

Demnach hätten sich in der EU die Prognosen für die Hektarerträge von Weichweizen gegenüber Mai um 2,2% auf 1,3% unter den Fünf-Jahres-Schnitt, die von Durum um 4,7% auf 2,3% unter das Mittel sowie die von Wintergerste im Monatsabstand um 0,9% auf 0,4% weniger als in den vergangenen fünf Jahren reduziert. Das Ertragspotenzial von Weichweizen sei in 13 der 25 EU-Länder mit Weizenanbau zurückgegangen, am stärksten davon in Frankreich, Ungarn, Polen und Rumänien. In Italien und Spanien hätte zu heißes und trockenes Wetter auch Sommerungen wie Mais und Sonnenblumen negativ betroffen. Außerhalb der EU litten die Erträge weiters in der Ukraine.

Prognose für Österreich über Fünf-Jahres-Schnitt - Sommerungen teilweise weniger als 2021

Für Österreich sieht das MARS-Bulletin gute Aussichten für die Ernte 2022. Somit schätzt es hierzulande die Flächenerträge 2022 von Weichweizen um 0,6% über dem Vorjahr und 3,7% über den letzten fünf Jahren. Bei Durum sind es gegenüber dem Vorjahr um 1,4% mehr und um 3,5% über den fünf Jahren, bei Sommergerste beträgt das Plus 4,0% respektive 10,0% über den beiden Vergleichswerten, bei Wintergerste 2,6% und 2,8%, Raps 2,2% beziehungsweise 3,6% sowie Sojabohnen 0,5% zum Vorjahr und 3,5% gegenüber dem Mittel der fünf Jahre. Roggen soll dagegen um 0,6% weniger als 2021 werden, aber noch immer um 1,5% mehr als im fünfjährigen Durchschnitt, die Erträge von Sonnenblumen werden im Jahresabstand um 9,8% kleiner und doch noch um 0,3% über dem mehrjährigen Ergebnis sowie die von Mais um 3,3% weniger und um 2,1% über den letzten fünf Jahren. (Schluss) pos

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