EU-Prognosedienst MARS hebt Ertragsprognosen für EU-Ernte leicht an

Kaum Schäden und nur Verzögerungen durch Kälte - Österreichs Aussichten schlechter

Wien, 26. Mai 2021 (aiz.info). - Der agrarmeteorologische Prognosedienst der EU-Kommission (MARS) hebt in seinem Mai-Bulletin die Erwartung in die Naturalerträge der Wintersaaten zur Ernte 2021 für die EU gegenüber dem April wegen besserer Aussichten für Frankreich, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und weitere südosteuropäische Länder leicht an. Damit sollen die durchschnittlich in der Union erzielbaren Hektarerträge aller wichtigen Kulturen mit Ausnahme von Sonnenblumen über dem Fünfjahresschnitt ausfallen. Ernste Kaltwettereinbrüche seit dem letzten Bulletin vom 20. April hätten das Wachstum der Winterungen verzögert, den Erträgen aber nicht geschadet. Auch Schäden an blühenden Rapskulturen seien reversibel. Bei Sommerungen seien Aufgang und Entwicklung verzögert worden. Entsprechende Grundwasserreserven hätten die Auswirkungen regionaler Regendefizite auf das Ertragsniveau weitgehend ausgeglichen.

Ein trockener April mit zu niedrigen Temperaturen und Frösten sowie darauf folgende Mairegen hätten auch in Österreich die Entwicklung der Winterungen verzögert und die Grünmasse unterdurchschnittlich entwickeln lassen. Winterweizen sei etwa zehn Tage im Hintertreffen. Damit fallen die Ertragserwartungen Österreichs wie die anderer nördlicher EU-Staaten nicht so optimistisch aus. So sagt der MARS-Report Österreich 2021 für den Fall günstiger Witterungsverhältnisse in den kommenden Wochen bestenfalls durchschnittliche Erträge voraus, wobei aber insbesondere Weichweizen doch um 2,8%, Roggen um 3,9%, Raps um 1,1% und Sojabohnen um 5,2% unter das fünfjährige Ertragsniveau abfallen sollen.

Insgesamt revidiert das MARS-Bulletin gegenüber dem April die Prognose der Hektarerträge aus der kommenden Ernte 2021 für die EU im Schnitt aller Kulturen um 0,7% nach oben, womit der Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre um 4,2% übertroffen werde. Mit einem Plus von 1,1% zum Vormonat lasse Weizen Hektarerträge um 4,1% über dem Fünfjahresschnitt erhoffen, davon Weichweizen 3,9% und Durum 1,8% darüber. Vom durchschnittlichen Ertragspotenzial der letzten fünf Jahre sollen sich EU-weit vor allem auch Wintergerste (+4,8%), Roggen (+5,9%), Raps (+5,2%), Erdäpfel (+3,7%) und auch Sojabohnen (+2,1%) abheben können. Näher am mehrjährigen Durchschnitt liegende Erträge könnten demnach Durum (+1,8%), Sommergerste (+1,4%), Körnermais (+0,8%) und Zuckerrüben (+1,8%) erbringen, wohingegen die Sonnenblumen um 2,9% weniger erzielen sollen. (Schluss) pos

Download

Bereitgestellt vom AIZ