Februar-WASDE-Bericht: Minimal weniger Getreideendlager - mehr Ölsaaten

Weizenexport der EU und der USA nach oben revidiert
Das US-Landwirtschaftsministerium USDA veröffentlichte am 11. Februar seinen WASDE-Bericht zu den globalen Getreide-Versorgungsbilanzen.
Das US-Landwirtschaftsministerium bringt im Februar-WASDE-Bericht
bei Weizen, Mais und Getreide gesamt nur minimale Änderungen zum Vormonatsbericht. Die Prognosen für die Getreideendlager 2019/20 gehen eine Spur zurück, die für Ölsaaten steigten etwas infolge der vor allem in Brasilien größer geschätzten Sojabohnenernte. Höher als im Jänner schätzt das USDA auch die Weizenexporte der EU und der USA. Die Weizenendlager der Welt erreichen mit einem Bestandsaufbau von knapp 9,76 Mio. t auf 288,03 Mio. t zwar Rekordhöhe, doch wachsen die Lager nur in China (+8,49 Mio. t) maßgeblich an und schmelzen bei den großen Exporteuren sogar leicht ab.

WASDE: USDA-Prognose zu Welt-Versorgungsbilanzen - Februar 2020

2017/18 2018/19
vorläufig
2019/20
Schätzung
Veränderung 19/20
zu Vorbericht
Weizen
Ernte 762,88 731,45 763,95 -0,44
Angebot 1025,58 1015,28 1042,22 -0,23
Verbrauch 741,75 737,01 754,19 -0,18
Endbestand 283,83 278,27 288,03 -0,05
Bestandsänderung
zu Vorjahr
+21,13 -5,56 +9,76 -0,26
Ratio stock/use 38,26% 37,76% 38,19% +/-0,00%
Mais
Ernte 1079,90 1122,73 1111,59 +0,75
Angebot 1431,68 1464,01 1432,06 +0,83
Verbrauch 1090,40 1143,54 1135,22 +1,81
Endbestand 341,28 320,47 296,84 -0,97
Bestandsänderung
zu Vorjahr
-10,50 -20,81 -23,63 +1,05
Ratio stock/use 31,30% 28,02% 26,15% -0,13%
Getreide gesamt
Ernte 2619,05 2626,23 2662,87 +0,01
Angebot 3417,27 3443,52 3463,61 +0,97
Verbrauch 2699,98 2642,79 2670,86 +1,05
Endbestand 817,29 800,74 792,75 -0,08
Bestandsänderung
zu Vorjahr
+19,07 -16,55 -7,99 +1,03
Ratio stock/use 30,27% 30,30% 29,68% -0,02%
Ölsaaten
Ernte 581,54 597,23 576,82 +2,19
Angebot 690,50 713,81 705,98 +2,81
Verbrauch 483,86 489,19 498,07 +1,38
Endbestand 116,57 129,16 113,81 +1,49
Bestandsänderung
zu Vorjahr
+7,61 +12,59 -15,35 -0,87
Quelle: WASDE-Bericht des USDA, 11. Februar 2020, eigene Berechnungen, Angaben in Mio. t. Anmerkungen: Getreide enthält Weizen, alle Futtergetreide inklusive Mais und Reis. Verschrotung, Vermahlung und pflanzliche Ölproduktion sind beim Verbrauch von Ölsaaten in Abzug gebracht. Verbrauch und Endbestand betreffen nur Ölsaaten. Nächster WASDE-Bericht: 10. März 2020

Weizenexport der EU und der USA nach oben revidiert

Das USDA revidiert wegen der preislichen Wettbewerbsfähigkeit den Weizenexport der EU um eine weitere Million Tonnen auf 32 Mio. t nach oben und den der USA um 0,68 Mio. t hinauf. Entsprechend niedriger fällt die Endbestandsprognose für die USA aus, die der Union verringert sich wegen eines nach unten revidierten Binnenverbrauchs um 0,50 Mio. t.

China lagert mehr als einen Jahresbedarf an Weizen

Liegen die Weizenendlager der ganzen Welt bei 38,19% eines Jahresverbrauchs, hortet China alleine 115,82% seines Jahresbedarfs als Reserve. Viel enger stellt sich diese Ratio von stock to use in der EU dar. Hier lagern am Ende des Wirtschaftsjahres lediglich 8,11% des Verbrauchs am Binnenmarkt - eine Reserve für nicht ganz 30 Tage. Weltweit - ohne Berücksichtigung Chinas - sind es 22,32% (81,5 Tage) und bei den wichtigsten Weizenexporteuren (Argentinien, Australien, Kanada, EU, Russland und Ukraine) 15,65%, also Weizen für gut 57 Tage.

Maislager schmelzen stärker als bisher geglaubt

Ein um 1,05 Mio. t stärkeres Abschmelzen der globalen Maislager geht ebenfalls nahezu ausschließlich auf die Welt ohne China, wo unverändert zur Vormonatsprognose mit 199,07 Mio. t 67,01% der weltweiten Maisreserven die Silos füllen. Die stärkste Marktrelevanz sollte der Bericht für die USA, den weltgrößten Maisexporteur, bringen. Die Ausfuhren werden nämlich mit 43,82 Mio. t um 1,27 Mio. t geringer angesetzt als vor Monatsfrist.

Größer geschätzte Sojaernte Brasiliens verringert Bestandsabbau

Bei den Ölsaaten schätzt das USDA die Sojabohnenernte Brasiliens gegenüber dem letzten Report um 2 Mio. t größer bei nunmehr 125 Mio. t. Dies verringert auch etwas den Abbau der weltweiten Endbestände. Das sind 36,83% der Gesamtproduktion auf der Welt. Brasilien ist mit 77 Mio. t auch die Nummer eins der Sojabohnenexporteure. In den USA, die 96,84 Mio. t und fast ein Fünftel weniger als im Vorjahr einfahren, macht sich das Phase 1-Abkommen des Handelsdeals mit China noch nicht signifikant in der Exportschätzung von 49,67 Mio. t Sojabohnen (+1,36 Mio. t zur Jännerprognose) bemerkbar: Vor Ausbruch des Handelskonflikts führten die Vereinigten Staaten 2017/18 nämlich noch 58,07 Mio. t Sojabohnen aus.