Heimische Getreideernte 2022 im 10-jährigen Mittel

Zuwächse bei Ölsaaten und Körnerleguminosen - Rückgang bei Hackfrüchten

Wien, 21. Dezember 2022 (aiz.info). - Statistik Austria hat die Ergebnisse für die Feldfruchternte 2022 präsentiert. Demnach lag die heurige Getreideernte 2022 (inkl. Hirse, Sorghum, Buchweizen und Körnermais) mit einer Produktionsmenge von 5,17 Mio. t. geringfügig unter dem Vorjahr (-2%) und damit im Bereich des 10-jährigen Mittels (+/-0%). Ölsaaten und Körnerleguminosen legten neuerlich an Fläche zu (+7%) und erbrachten eine Ernte von 473.400 t, was nahezu dem Vorjahreswert entsprach (+/-0%), aber um 12% über dem Zehnjahresmittel lag. Bei Hackfrüchten wird die Produktion voraussichtlich um 14% auf 3,28 Mio. t zurückgehen und damit auch um 10% unter das langjährige Mittel fallen.
 
Die Aussaat der Winterkulturen wurde durch den trockenen Herbst begünstigt, mangelnde Winterfeuchtigkeit wirkte sich jedoch auf die Ährenbildung aus, welche in geringerem Ausmaß erfolgte. Das Frühjahr verlief zunächst kühl, dadurch verursachte Vegetationsrückstände konnten jedoch im Mai und Juni aufgeholt werden. Ausreichend Niederschlag im Juni begünstigte außerdem eine gute Kornfüllung. Hitze und Trockenheit im Juli ermöglichten eine gute Ausreifung der Getreidekulturen. Für die Herbstkulturen hingegen war die lange Trockenperiode nicht förderlich und führte beispielsweise bei Mais zu Befruchtungsproblemen. Auch Soja, Sonnenblumen, Kartoffeln und Zuckerrüben litten unter Hitze und Trockenheit, wobei regional sehr starke Ertragsunterschiede verzeichnet wurden.
 
Gute Durchschnittsernte bei Getreide
 
Die Getreideernte exkl. Körnermais belief sich auf 3,06 Mio. t und entsprach damit einer guten Durchschnittsernte (+1% zum Zehnjahresmittel). Gegenüber dem Vorjahr wurde ein Plus von 7% erzielt.
 
Die Weizenernte bezifferte sich auf 1,69 Mio. t (+10% zu 2021) und notierte 5% über dem langjährigen Durchschnitt. Davon waren 1,57 Mio. t Weichweizen inkl. Dinkel (+9% zu 2021). Dinkel, der weiterhin einen stark steigenden Flächentrend aufwies, erbrachte bei zum Vorjahr unverändert hoher Ertragslage mit 88.800 t ein Produktionsplus von 23% zum Vorjahr. Auch Hartweizen erzielte aufgrund des starken Flächenplus bei der Winterkultur sowie überdurchschnittlicher Erträge eine Erntemenge von 118.500 t (+35% zu 2021). Die Roggenfläche wurde nach starkem Rückgang im Vorjahr wieder etwas ausgeweitet, wodurch sich bei gutem Ertragsniveau ein Produktionsplus von 11% auf 167.600 t ergab, so Statistik Austria.
 
Die Fläche von Körnermais (inkl. Saatmais) blieb mit 215.300 ha auf hohem Niveau (-1% zu 2021), während die Erträge, speziell in den östlichen Trockengebieten Niederösterreichs sowie dem Burgenland, gegenüber dem Vorjahr drastisch abfielen. Die Erntemenge belief sich auf 2,11 Mio. t (-13% zu 2021), was 2% unter dem Zehnjahresmittel lag. Bei Gerste legte die Produktion auf nahezu konstanter Fläche um 3% auf 758.300 t zu. Während Sommergerste auf stark reduzierter Fläche nur mehr einen Ernteanteil von 15% aufwies, wurde die Winterkultur vermehrt angebaut (+6%). Auch bei Triticale war ein leichtes Flächenplus zu verzeichnen und ein überdurchschnittlicher Hektarertrag ließ die Produktionsmenge auf 289.500 t steigen (+10% zu 2021). Der Anbau von Rispenhirse ging um ein Viertel zurück und niedrige Erträge, vor allem im Burgenland, drückten die Produktionsmenge zusätzlich auf 15.600 t (-32% zu 2021).
 
Deutliche Flächenausweitung bei Soja
 
An Körnerleguminosen und Ölsaaten wurde eine Erntemenge von 473.400 t eingebracht (+/-0% zu 2021). Damit wurde gegenüber dem Zehnjahresmittel ein Produktionsplus von 12% verzeichnet, das vornehmlich auf die Flächenzunahme von Soja zurückzuführen war. Die Anbaufläche von Sojabohnen erreichte ein neues Rekordniveau von 93.700 ha (+22% zu 2021), wofür die gestiegenen Düngemittelpreise mitverantwortlich gemacht werden. Trotz unterdurchschnittlicher Erträge war daher ein Produktionsanstieg auf 245.600 t zu verzeichnen (+4% zu 2021). Bei Ölkürbis ging die Fläche etwas zurück (-5%) und die Produktionsmenge an Kürbiskernen belief sich auf 28.200 t (+10% zu 2021). Bei Raps und Rübsen blieb die Fläche annähernd konstant, dennoch bewirkte der gute Hektarertrag ein Produktionsplus von 6% auf 91.000 t.
 
Sonnenblumen konnten aufgrund der geringen Erträge nur eine durchschnittliche Produktionsmenge von 56.400 t erreichen, was gegenüber dem starken Vorjahr einen Einbruch von 24% darstellte. Bei Mohn wurde die Fläche um knapp ein Fünftel reduziert, womit die Produktion auf 2.400 t zurückging (-15% zu 2021). Auch Ackerbohnen wurden weniger angebaut, wodurch nur 13.900 t geerntet werden konnten (-11% zu 2021).

Weniger Hackfrüchte 2022 produziert
 
Bei Hackfrüchten wurde die Anbaufläche um 9% reduziert und es wird voraussichtlich eine Produktion von 3,28 Mio. t eingefahren (-14% zu 2021). Mit 2,59 Mio. t dürfte daher bei Zuckerrüben die Ernte deutlich unter dem Vorjahr (-14%) notieren. Aber auch bei Kartoffeln wurde weniger angebaut. Außerdem führte die Trockenheit zu verstärktem Drahtwurmbefall und zu einer Reduktion der Knollenbildung, sodass die Erträge nur Durchschnittsniveau erreichten; die Erntemenge fiel auf 686.200 t zurück (-11% zu 2021).
 
Die Ernte von Silo- und Grünmais belief sich auf 3,88 Mio. t und bewegte sich damit 3% sowohl unter dem Vorjahr als auch dem Zehnjahresdurchschnitt. Klee und Wiesen verzeichneten ebenfalls eine unterdurchschnittliche Ernte; es wurden 520.500 t Klee, Luzerne und Kleegras (-8% zu 2021; -7% zum Zehnjahresdurchschnitt) und 6,15 Mio. t Wiesen und Egart (+/-0% zu 2021; -1% zum Zehnjahresdurchschnitt), jeweils in Heumasse gerechnet, eingebracht. (Schluss)
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