Jänner-WASDE-Bericht: Endlager von Weizen, Mais und Ölsaaten weiter reduziert

Zum Vormonat Weizenangebot kleiner und Verbrauch größer geschätzt
Das US-Landwirtschaftsministerium USDA veröffentlichte am 12. Jänner seinen WASDE-Bericht zu den globalen Getreide-Versorgungsbilanzen und mit der aktualisierten Prognose für das laufende Wirtschaftsjahr 2020/21.
Das USDA senkt im Jänner-WASDE die Schätzung der weltweiten Endlager nach der Saison 2020/21 von Weizen, Mais, Getreide insgesamt und Ölsaaten gegenüber dem Vormonat nochmals kleiner ein. Beim Getreide insgesamt, dem Mais und bei den Ölsaaten wie auch Sojabohnen schmelzen die Endbestände ab, lediglich die Weizenlager schwellen weiter an, aber das spürbar schwächer als in der Dezember-Prognose. Die internationalen Terminbörsen reagierten darauf - auch in Verbindung mit Überlegungen Russlands, die ab Mitte Februar in Kraft tretende Weizenexportsteuer von 25 Euro/t wegen er international und am Heimmarkt hohen Preise auf 50 Euro/t verdoppeln zu wollen - mit einem neuerlichen Kursfeuerwerk.

WASDE: USDA-Prognose zu weltweiten Versorgungsbilanzen - Jänner 2021

2018/19 2019/20
vorläufig
2020/21
Schätzung
Veränderung 2020/21
zu Vorbericht
Weizen
Ernte 730,90 763,91 772,64 -1,02
Angebot 1017.87 1047,06 1072,73 -1,56
Verbrauch 734,72 746,98 759,54 +1,76
Endbestand 283,16 300,09 313,19 -3,31
Bestandsänderung
zu Vorjahr
-3,81 +16,93 +13,10 -2,78
Ratio stock/use 38,54% 40,17% 41,23% -0,54%
Mais
Ernte 1123,77 1116,41 1133,89 -9,67
Angebot 1464,53 1436,45 1436,90 -10,08
Verbrauch 1144,49 1133,45 1153,06 -4,95
Endbestand 320,04 303,01 283,83 -5,13
Bestandsänderung
zu Vorjahr
-20,72 -17,03 -19,18 +4,72
Ratio stock/use 27,96% 26,73% 24,62% -0,33%
Getreide gesamt
Ernte 2626,21 2671,70 2714,30 -8,38
Angebot 3447,63 3478,78 3523,99 -9,08
Verbrauch 2640,55 2669,09 2717,21 -1,57
Endbestand 807,08 809,69 806,78 -7,51
Bestandsänderung
zu Vorjahr
-14,34 +2,61 -2,91 -0,99
Ratio stock/use 30,56% 30,34% 29,69% -0,27%
Ölsaaten
Ernte 600,00 576,43 594,48 -1,20
Angebot 717,00 708,74 705,27 -1,09
Verbrauch 488,67 506,18 512,28 +0,55
Endbestand 132,31 110,79 96,50 -1,26
Bestandsänderung
zu Vorjahr
+15,31 -21,52 -14,29 +1,37
Quelle: WASDE-Bericht des USDA, 12. Jänner 2021, eigene Berechnungen, Angaben in Mio. t. Anmerkungen: Getreide enthält Weizen, alle Futtergetreide inklusive Mais und Reis. Verschrotung, Vermahlung und pflanzliche Ölproduktion sind beim Verbrauch von Ölsaaten in Abzug gebracht. Wegen der unterschiedlichen Wirtschaftsjahre und Abgrenzungen von Verarbeitung/Verbrauch stimmt bei den Ölsaaten die Differenz von Angebot und Verbrauch nicht mit den Endbeständen überein. Verbrauch und Endbestand betreffen nur Ölsaaten. Nächster WASDE-Bericht: 9. Februar 2021

China hält Hälfte der Weizenreserven - enge EU-Bilanz

Die Aussichten für den globalen Weizenmarkt sind von gegenüber dem Vormonat kleinerem Angebot, erhöhtem Verbrauch, stärkeren Exporten und kleineren Endlagern geprägt. „Die vorhergesagten weltweiten Endlager werden um 3,3 Mio. t nach unten auf 313,2 Mio. t revidiert, bleiben aber auf einem Rekordhoch, wobei China und Indien davon 51 respektive 10% halten“, vermerkt das USDA zum Weizenweltmarkt.

Denn während sich in diesen Regionen die Lager anhäufen, schmelzen sie etwa in der ohnehin schon eng versorgten EU neuerlich und noch stärker als bisher angenommen ab. Damit erreicht der Endlagerstand von Weizen in der Union (noch einschließlich Vereinigtes Königreich berechnet) zum Ende von 2020/21 mit 11,10 Mio. t gerade einmal 9,37% des Verbrauchs, während es weltweit großzügige 41,23% sind. Die neuerlich um 0,5 Mio. t reduzierte Endlagerprognose für die Union begründet der WASDE-Bericht unter anderem damit, dass infolge der Exportrestriktionen in Russland die Weizenausfuhren aus der Union mit 26,5 Mio. t um ebenso 0,5 Mio. t höher geschätzt werden.

Weltweit setzt das US-Ministerium das Weizenangebot um 1,6 Mio. t kleiner an als vor Monatsfrist. Reduzierte Ernteerwartungen in China und Argentinien wiegen die höhere Schätzung der Rekordernte Russlands mehr als auf. Gleichzeitig erhöht es seine Annahme des globalen Weizenkonsums um 1,8 Mio. t, weil China und die USA mehr verbrauchen sollen als bisher geglaubt. So sagt der Report etwa einen Anstieg der Weizenverfütterung im Reich der Mitte zum Vorjahr um 32% voraus, unter anderem auch wegen der hohen Maispreise in China.

Weniger Maisangebot und Verbrauch - EU muss weniger importieren

Die Maisprognose des USDA spricht gegenüber dem Dezember von verringerten Schätzungen von Ernte und Verbrauch sowie Exporten und Endlagern in den USA wie ebenfalls kleineren Enten in Argentinien und Brasilien. Damit scheint das globale Maisangebot um gut 10 Mio. t kleiner auf als vor Monatsfrist und der Verbrauch um knapp 5 Mio. t, woraus in der Bilanz eine um gut 5 Mio. t reduzierte Endlagerprognose mit einem Bestandsabbau um gut 19 Mio. t auf 24,62% des Verbrauchs folgt. Von diesen weltweiten Maisreserven hortet China 67,5% und damit einen noch größeren Anteil als an Weizen. Auch für die EU (EU-27 plus UK) reduziert das USDA die Erwartung des Maisverbrauchs zum Dezember um 0,9 Mio. t auf 79,5 Mio. t, woraus sich bei einer nahezu unveränderten Ernteschätzung von 63,6 Mio. t der Importbedarf zur Deckung des Bedarfs um 1 Mio. t auf 18 Mio. t verringert.

Sojalager schrumpfen deutlich - Chinas Hunger wächst weiter

Die Ölsaatenmärkte sind ebenfalls von abschmelzenden Endlagern bestimmt, wozu mit einem Bestandsabbau um 11 Mio. t vor allem Sojabohnen beitragen. Denn obwohl sich die Sojaernte der Welt 2020/21 um 7,6% erholen soll, wächst das Angebot nach der vorjährigen Lagerräumung nur um 1,8%, der Verbrauch aber um 4,3%. Dabei stockt China seine Sojalager sogar auf, während sie in Argentinien und den USA jedoch stärker schwinden.

Größter Sojaimporteur und Kunde der drei wichtigsten Exporteure Brasilien (85 Mio. t Bohnenexport), USA (61 Mio. t) und Argentinien (7 Mio. t) bleibt China mit 100 Mio. t (+1,47 Mio. t oder + 1,49% zu 2019/20). Die Chinesen kaufen damit 27,7% der weltweiten Sojaerzeugung von 361 Mio. t auf, die Einfuhren der EU einschließlich des Vereinigten Königreichs als zweitgrößter Sojaimporteur nehmen sich dagegen mit 15,4 Mio. t nahezu bescheiden aus.