Jänner-WASDE-Bericht: Endlager von Weizen, Mais und Getreide leicht gesenkt

Das US-Landwirtschaftsministerium USDA veröffentlichte am 10. Jänner seinen WASDE-Bericht zu den globalen Getreide-Versorgungsbilanzen.
Das US-Landwirtschaftsministerium bringt im Jänner-WASDE-Bericht
bringt keine dramatischen Neuigkeiten. Die Weizenendlager wachsen 2019/20 etwas schwächer als laut Dezember-Report, die von Mais und Getreide insgesamt schmelzen stärker.

WASDE: USDA-Prognose zu Welt-Versorgungsbilanzen - Jänner 2020

2017/18 2018/19
vorläufig
2019/20
Schätzung
Veränderung 19/20
zu Vorbericht
Weizen
Ernte 762,88 731,45 764,39 -1,02
Angebot 1025,58 1014,50 1042,45 -0,81
Verbrauch 742,52 736,45 754,37 +0,61
Endbestand 283,06 278,06 288,08 -1,42
Bestandsänderung
zu Vorjahr
+20,36 -5,00 +10,02 -1,63
Ratio stock/use 38,12% 37,76% 38,19% -0,22%
Mais
Ernte 1079,91 1122,46 1110,84 +2,22
Angebot 1431,69 1463,75 1431,23 +3,44
Verbrauch 1090,40 1143,37 1133,41 +6,18
Endbestand 341,29 320,39 297,81 -2,75
Bestandsänderung
zu Vorjahr
-10,49 -20,90 -22,58 +3,97
Ratio stock/use 31,30% 28,02% 26,28% -0,38%
Getreide gesamt
Ernte 2619,04 2625,96 2662,86 -2,64
Angebot 3417,31 3442,57 3462,64 -0,31
Verbrauch 2600,70 2642,79 2669,81 +5,63
Endbestand 816,61 799,79 792,83 -5,94
Bestandsänderung
zu Vorjahr
+18,34 -16,82 -6,96 +5,64
Ratio stock/use 31,40% 30,26% 29,70% -0,98%
Ölsaaten
Ernte 581,45 596,63 574,63 +0,01
Angebot 690,63 713,12 703,17 +0,63
Verbrauch 484,22 489,12 496,69 +0,19
Endbestand 116,48 128,54 112,32 +0,75
Bestandsänderung
zu Vorjahr
+7,30 +12,06 -16,22 -0,13
Quelle: WASDE-Bericht des USDA, 10. Jänner 2020, eigene Berechnungen, Angaben in Mio. t. Anmerkungen: Getreide enthält Weizen, alle Futtergetreide inklusive Mais und Reis. Verschrotung, Vermahlung und pflanzliche Ölproduktion sind beim Verbrauch von Ölsaaten in Abzug gebracht. Verbrauch und Endbestand betreffen nur Ölsaaten. Nächster WASDE-Bericht: 11. Februar 2020

Gros der Weizenlager in China - Rest der Welt enger versorgt

Dabei revidiert das USDA die Weizenproduktion um 1,02 Mio. t nach unten, wobei die Prognosen für Russland um 1 Mio. t und die für Australien um 0,5 Mio. t gesenkt werden. Die Ernteschätzung für Australien liegt mit 15,6 Mio. t aber noch höher als jüngst im Land geäußerte Befürchtungen, die Hitze und Dürrewelle sowie Buschbrände ließen den Weizenertrag der laufenden Ernte gar unter 15 Mio. t schrumpfen. Die Weizenernte der EU setzt der Report zum Vormonat um 0,5 Mio. t höher an. Den Verbrauch sowohl in den USA als auch weltweit schätzt man um 0,61 Mio. t höher als im Dezember. Daraus resultiert eine Rücknahme der Endlagerprognose um 1,42 Mio. t, marginal um 0,25 Mio. t auch in den USA, vor allem aber in der EU um 1,7 Mio. t. Die weltweite Produktion übertrifft jedoch immer noch den Verbrauch und somit sollen die Weizenendlager 2019/20 um 10,02 Mio. t anschwellen und 38,19% des Bedarfs erreichen. China, wo 51,18% der globalen Weizenreserven liegen, herausgerechnet, kommt diese Ratio von stock to use allerdings nur bei 22,45%, in den wichtigsten Exportnationen (Argentinien, Australien, Kanada, EU, Russland und Ukraine) bei 12,82% und in der EU sogar nur bei 8,47% zu liegen.

EU-Weizenexport um 2 Mio. t angehoben

Im Update der Exportprognosen kommt die EU im Monatsabstand auf ein Plus von 2 Mio. t Weizen (31 Mio. t) und die Ukraine von 0,5 Mio. t, wohingegen die Ausfuhren Russlands um 1 Mio. t (34 Mio. t) zurückgenommen werden. Die Verschiebung begründet das USDA mit zugenommener Preis-Wettbewerbsfähigkeit des EU-Weizens und relativ gestiegenen Preisen von russischem.

Maislager schmelzen stärker als bisher geglaubt - Chinas Lageranteil noch extremer

Den Problemen bei der Herbsternte zum Trotz, setzt das USDA etwas überraschend die US-Maisernte um 0,77 Mio. t größer als vor Monatsfrist an. Die Anhebung der Verbrauchsprognose für die USA um 5,84 Mio. t - vor allem für die Verfütterung - gleicht die Ernterevision sowie um 1,9 Mio. t geringer angenommene Ausfuhren aber mehr als aus und die US-Endbestände werden um 0,46 Mio. t gesenkt. Die weltweite Maisernte 2019/20 revidiert das Ressort um 2,2 Mio. t hinauf, den Verbrauch allerdings gleichzeitig um 6,18 Mio. t. Daraus resultiert mit einem Bestandsabbau um 22,58 Mio. t (+3,97 Mio. t zur Dezember-Schätzung) ein Endlagerstand von 26,28% des Verbrauchs. Noch extremer als beim Weizen hortet China mit 199,07 Mio. t 66,23% der globalen Maisreserven, obwohl diese im Jahresabstand um 11,25 Mio. t abgebaut werden sollen. Ohne China reduziert sich die Ratio von stock to use im Rest der Welt auf knappe 11,56%. Noch knapper endet die EU-Maisbilanz mit 10,58% Endlageranteil an ihrem Verbrauch, zu dessen Deckung sie im laufenden Wirtschaftsjahr 21 Mio. t oder gut ein Viertel einführen muss.

Bestandsabbau bei Ölsaaten - Chinas Sojahunger wieder stärker

Einen Bestandsabbau prognostizieren die Washingtoner Experten auch dem globalen Ölsaatenmarkt, wobei einer im Jahresvergleich um 3,69% kleineren Ernte ein Verbrauchszuwachs von 1,55% gegenübersteht. Während das USDA die Rapsernten zunehmend kleiner einstuft, setzt es die weltweite Sojabohnenernte eine Spur auf 337,70 Mio. t hinauf, aber um 5,81% schwächer als 2018/19 an. Der Konsum hingegen soll zum Vorjahr um 1,76% zulegen. Daraus resultiert ein Abbau der Sojabohnenbestände in der laufenden Saison um 13,61 Mio. t. Von den 149,15 Mio. t über Grenzen hinweg gehandelten Sojabohnen - dies entspricht 44,17% der Gesamterzeugung - entfallen auf die Einfuhren Chinas 85 Mio. t oder 47,45% aller weltweit getätigten Importe. der Sojahunger Chinas am Weltmarkt soll 2019/20 gegenüber den im vorigen Wirtschaftsjahr zugekauften 82,54 Mio. t zwar wachsen, erreicht aber noch immer nicht die 94,10 Mio. t aus der Zeit vor dem Handelskonflikt mit den USA in der Saison 2017/18.