Juni-WASDE-Bericht: Maisproduktion 2019/20 wegen US-Problemen drastisch gesenkt

Weizenbilanz etwas schwerer - Ölsaaten und Sojabohnen nahezu ausgeglichen
Das US-Landwirtschaftsministerium USDA veröffentlichte am 11. Juni seinen WASDE-Bericht zu den globalen Getreide-Versorgungsbilanzen. Der Report enthält die zweite Schätzung für das kommende Wirtschaftsjahr 2019/20 und neuerlich Daten für die Welt ohne China.
Das US-Landwirtschaftsministerium senkt in seinem Juni-WASDE-Bericht gegenüber dem Vormonat die Aussichten für die weltweite Maisproduktion 2019/20 drastisch um knapp 35 Mio. t. Dies geht fast zur Gänze auf das Konto der USA, wo exzessive Regenfälle die Aussaat im Frühjahr verzögert beziehungsweise verhindert haben. Damit bauen sich auch die Bestände viel stärker als bisher angenommen ab. Auf die Marktbalance in der EU - diese muss 2019/20 nach 23,5 Mio. t in der laufenden Saison 20 Mio. t Mais importieren - haben die Produktionsausfälle in den USA jedoch kaum Einfluss.

Das geringere Maisangebot schlägt sich dagegen auf die weltweite Weizenbilanz in höheren Verbrauchsannahmen für die Verfütterung nieder. Diese kompensieren zu einem Gutteil die nach oben gesetzten Anfangsbestände und Erntezahlen für das kommende Wirtschaftsjahr. Dennoch fällt die Endlagerschätzung um 1,33 Mio. t höher als im Vormonat bei einem Allzeit-Hoch von 294,34 Mio. t oder 38,57% des Verbrauchs aus. Dabei bleiben die Endlageranteile am Verbrauch in den USA mit 91,35% des Verbrauchs extrem hoch, während die Bilanz der EU mit einer Ratio von stock to use bei 11,26% trotz eines Bestandsaufbaus um 4,8 Mio. t sehr eng bleibt. Neuerlich zu spüren bekommen soll die Union die Exportkonkurrenz vom Schwarzen Meer, die Ausfuhrprognose für die EU 2019/20 wird um 0,5 Mio. t auf 26,50 Mio. t Weizen zurückgenommen, wogegen die für Russland um 1 Mio. t auf 37 Mio. t und die für die Ukraine um 0,5 Mio. t auf 19,50 Mio. t hinaufgehen.

Kaum Veränderungen zum Vormonat erfuhr die globale Ölsaatenbilanz, die im nächsten Wirtschaftsjahr nahezu ausgeglichen angesetzt wird, was weitgehend auch auf die Sojabohnen zutrifft.

WASDE: USDA-Prognose zu Welt-Versorgungsbilanzen - Juni 2019

2017/18 2018/19
Schätzung
2019/20
2. Schätzung
Veränderung 19/20
zu Vorbericht
Weizen
Ernte 761,88 731,69 780,83 +3,34
Angebot 1023,97 1012,64 1057,40 +4,93
Verbrauch 743,02 736,06 763,06 +3,60
Endbestand 280,95 276,57 294,34 +1,33
Bestandsänderung
zu Vorjahr
+18,86 -4,38 +17,77 -0,26
Ratio stock/use 37,81% 37,57% 38,57% -0,01%
Mais
Ernte 1077,98 1120,47 1099,19 -34,59
Angebot 1429,44 1459,72 1424,57 -35,15
Verbrauch 1090,19 1134,34 1134,05 -10,96
Endbestand 339,25 325,38 290,52 -24,19
Bestandsänderung
zu Vorjahr
-12,21 -13,87 -34,86 +23,63
Ratio stock/use 31,12% 28,68% 25,62% -1,87%
Getreide gesamt
Ernte 2616,82 2625,45 2667,92 -33,67
Angebot 3414,23 3437,33 3466,37 -31,83
Verbrauch 2602,35 2638,89 2680,41 -8,94
Endbestand 811,88 798,45 785,95 -22,90
Bestandsänderung
zu Vorjahr
+14,47 -13,43 -12,50 +0,6
Ratio stock/use 31,20% 30,26% 29,32% -0,76%
Ölsaaten
Ernte 580,71 601,35 597,74 -0,29
Angebot 690,56 717,30 728,19 -0,47
Verbrauch 484,60 493,79 502,98 -0,11
Endbestand 115,95 130,44 130,24 -0,18
Bestandsänderung
zu Vorjahr
+6,10 +14,49 -0,20 -0,02
Quelle: WASDE-Bericht des USDA, 11. Juni 2019, eigene Berechnungen, Angaben in Mio. t. Anmerkungen: Getreide enthält Weizen, alle Futtergetreide inklusive Mais und Reis. Verschrotung, Vermahlung und pflanzliche Ölproduktion sind beim Verbrauch von Ölsaaten in Abzug gebracht. Verbrauch und Endbestand betreffen nur Ölsaaten. Nächster WASDE-Bericht: 11. Juli 2019