MARS: Im Großen und Ganzen günstige Wachstumsbedingungen in Europa

Aber insbesondere in Italien und Zentraleuropa wie auch Österreich Niederschlagsdefizite

Wien, 28. April 2022 (aiz.info). - Im Großen und Ganzen günstige Wachstumsbedingungen in den meisten Teilen Europas, vor allem im Westen, Norden und nördlichen Mitteleuropa, jedoch Trockenheit im Süden, hier insbesondere in Italien, sowie im südlichen Mitteleuropa von Ungarn über Slowenien, Kroatien, Rumänien bis in die südliche Ukraine. Das berichtet das MARS (Monitoring Agricultural Ressources)-Bulletin des Wissenschaftlichen Diensts der Europäischen Kommission (JRC Joint Research Center) zum Wetter und dem Zustand der landwirtschaftlichen Kulturen in Europa im abgelaufenen Monat. Noch vage, denn früh angestellte Schätzungen für die Ernte 2022 gehen von Hektarerträgen bei Weizen, Gerste und Roggen im Schnitt der EU leicht über dem Fünfjahresdurchschnitt aus.

Am stärksten würden demnach im Norden, dem Zentrum sowie Südwesten Italiens die Ertragspotenziale von Winter-, aber auch Sommerkulturen beeinträchtigt. In Südspanien und -portugal hätten intensive Niederschläge die Defizite nicht zur Gänze wettmachen können. Die Trockenheit von Ungarn bis in die südliche Ukraine habe bisher noch begrenzte negative Auswirkungen auf die Winterungen. Zudem bremste zu kühles Wetter das Pflanzenwachstum im Südosten Italiens und in der Türkei. Im Maghreb hätten intensive Regenfälle die Lage der Dürre in Algerien und Tunesien etwas entspannt, nicht so aber in Marokko.

Aber auch von Frankreich bis Österreich und ins weitere Zentraleuropa sei es im abgelaufenen Monat zu Niederschlagsdefiziten von -30 bis -50% gekommen, hierzulande und in der östlichen und nordöstlichen Nachbarschaft auch zu unterdurchschnittlichen Temperaturen. Dennoch sagt das Bulletin Österreich 2022 Hektarerträge von Weichweizen um 6,9% über dem Fünfjahres-Durchschnitt und 3,7% über dem Vorjahr, bei Sommergerste um 11% beziehungsweise 4,3%, bei Wintergerste um 4,0% respektive 3,8% sowie Roggen um 2,5% beziehungsweise 0,4% und Raps von 3,8% über dem Wert der letzten fünf Jahre sowie 2,2% über dem Vorjahresergebnis voraus. Die Ertragsschätzungen für die Region Österreich und seine Umgebung beruhten auf historischen Erfahrungen und wiesen noch eine sehr große Schwankungsbreite auf. Für das Ertragspotenzial der Winterungen sei das laufende Monat entscheidend, währen das nasskalte Wetter der jüngsten Vergangenheit die Entwicklung der Sommerungen gebremst habe. (Schluss) pos

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