MARS-Report setzt Weichweizenertrag neuerlich herab - Regen half Sommerungen

Österreichs Weichweizenertrag verfehlt 2019 um 7,5% und Fünfjahresschnitt um 2,2%

Wien, 28. Juli 2020 (aiz.info). - Der Wissenschaftliche Dienst der Europäischen Kommission (JRC Joint Research Center) reduziert in seinem am Montag veröffentlichten monatlichen MARS (Monitoring Agricultural Ressources) Bulletin neuerlich die Ertragserwartung für die Weichweizenerträge in der EU. Demnach fällt die Prognose für die Hektarerträge gegenüber dem Juni von 5,60 t/ha auf 5,54 t um weitere 1,1%. 2019 war der durchschnittliche Hektarertrag bei 6,00 t gelegen, diese werden heuer um 7,6% unterschritten. Der fünfjährige Durchschnitt von 5,77 t wurde um 3,9% verfehlt. In der Prognose habe eine deutliche Revision der Weichweizenerträge in Rumänien, Bulgarien und Ungarn nach unten leichte Verbesserungen der Ertragsaussichten in den anderen EU-Ländern mehr als aufgewogen. Die Prognose für Österreichs Weichweizenertrag liegt nun bei durchschnittlich 5,40 t/ha. Das ist um 7,5% weniger als 2019 (5,83 t) und um 2,2% weniger als der Schnitt der vergangenen fünf Jahre (5,52 t). Zu diesem geringeren Hektarertrag kommt hierzulande laut AMA auch eine rekordverdächtig kleine Anbaufläche, die 1% unter dem Vorjahreswert liegt. Günstige Wetterverhältnisse im abgelaufenen Monat, mit gut verteilten Niederschlägen sowie kaum Hitzeperioden, hätten jedoch die Ertragsschätzungen für die Sommerungen in der EU positiv beeinflusst.

Wetterextreme treffen Mittelosteuropa und Schwarzmeerraum

Extreme Wettereinflüsse mit signifikant negativen Einflüssen, vor allem auf Winterkulturen, haben dem Report zufolge große Teile Zentraleuropas (Mittelosteuropa), den Südwesten Finnlands sowie Südrussland getroffen. Auch in der Ukraine bleiben die Aussichten für Wintergetreide unter dem Durchschnitt. Für Russland haben Dürre und Hitze die Ertragsaussichten bei den im Herbst bestellten Kulturen ebenfalls neuerlich reduziert und lägen nun etwa auf dem fünfjährigen Durchschnitt. Der zu nasse Juli beeinträchtige die Qualität von Winterungen in Österreich, Tschechien und der Slowakei. Die Niederschläge hätten jedoch Ertragsverluste begrenzen können. Dementgegen schlage sich das Zuviel an Feuchtigkeit in Ungarn sowie Rumänien sehr negativ auf die Erträge nieder.

Der Wetterprognose des MARS-Reports zufolge soll es bis Ende Juli von Südostfrankreich über Zentral- und Nordeuropa bis in den europäischen Teil Russlands noch zu feucht bleiben.

Jüngste Niederschläge helfen vor allem den Sommerkulturen

Das Bulletin setzt gegenüber Juni die Schätzung für die durchschnittlichen Hektarerträge von Gerste insgesamt um 3,8% hinauf, weil insbesondere Sommergerste nun 6,4% höhere Erträge verspreche, die von Durum um 1,2%, Körnermais um 0,1%, Zuckerrüben um 0,5% und von Sonnenblumen um 2,9%. Auch einzelne Winterungen wie Roggen (+1,3%) und Raps (+2,4%) konnten sich zum Vormonat noch verbessern. Im Vergleich zum Fünfjahresschnitt stechen vor allem die Körnermaiserträge mit einem Plus von 8,3%, die von Sommergerste (+7,8%), Roggen (+5,7%), Erdäpfeln (+5,5%) sowie Sonnenblumen (+9,3%) hervor. (Schluss) pos

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