Nach Verhandlungen Hoffnung auf Lösung für blockierte Ukraine-Exporte

Laut internationalen Agenturen wie Reuters könnten gestern am Abend bei Gesprächen zwischen UNO, Türkei, Russland und Ukraine in Istanbul eventuell entscheidende Fortschritte in den Bemühungen um die Errichtung eines sicheren Korridors für die von Russland blockierten Getreideexporte der Ukraine über das Schwarze Meer erzielt worden sein. Laut dem türkischen Verteidigungsminister Hulusi Akar könnte eine Vereinbarung dazu nächste Woche unterschreiben werden. Vorsichtiger zeigte sich UNO-Generalsekretär Antonio Guterres, der meinte, es sei noch mehr Arbeit vonnöten, um einen Deal zu finalisieren. Es sei laut Guterres in New York zwar ein "entscheidender Schritt vorwärts" gelungen und er sei optimistisch, "wir benötigen aber weiterhin eine Menge guten Willens und Verpflichtungen von allen Parteien" in weiteren technischen Gesprächen.

UNO, Türkei, Russland und Ukraine: Fortschritte - Unterzeichnung nächste Woche möglich

Istanbul/Wien, 14. Juli 2022 (aiz.info). - Laut internationalen Agenturen wie Reuters könnten gestern am Abend bei Gesprächen zwischen UNO, Türkei, Russland und Ukraine in Istanbul eventuell entscheidende Fortschritte in den Bemühungen um die Errichtung eines sicheren Korridors für die von Russland blockierten Getreideexporte der Ukraine über das Schwarze Meer erzielt worden sein. Laut dem türkischen Verteidigungsminister Hulusi Akar könnte eine Vereinbarung dazu nächste Woche unterschreiben werden. Vorsichtiger zeigte sich UNO-Generalsekretär Antonio Guterres, der meinte, es sei noch mehr Arbeit vonnöten, um einen Deal zu finalisieren. Es sei laut Guterres in New York zwar ein "entscheidender Schritt vorwärts" gelungen und er sei optimistisch, "wir benötigen aber weiterhin eine Menge guten Willens und Verpflichtungen von allen Parteien" in weiteren technischen Gesprächen. Im vorbörslichen elektronischen Handel an der CBoT in Chicago machte sich am Donnerstagmorgen noch keine Entspannung am Weizenmarkt bemerkbar. Die an der CBoT gehandelten Weizen Soft Red Winter und Hard Red Winter wiesen dunkelgrüne Vorzeichen mit zweistelligen Gewinnen im zweistelligen Centbereich/bu auf. Im weiteren Tagesverlauf schwächten sich die Kurse ab und gab auch Weizen an der Pariser Euronext nach.
 
Zuversichtlich zeigte sich hingegen auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gestern am späten Abend. Seine Delegation bei den Gesprächen in Istanbul habe ihm von Fortschritten berichtet und "wir werden uns in den nächsten Tagen mit dem UNO-Generalsekretariat auf die Details einigen". Keine Kommentare lagen bis Donnerstagmorgen aus dem russischen Verteidigungsministerium vor.
 
Über Details eines möglichen Deals ist noch wenig bekannt, außer dass man sich offensichtlich in der vor allem für Russland wichtigen Frage der Kontrolle von im Schwarzen Meer ein- und auslaufenden Schiffen auf die Einrichtung einer gemeinsamen Koordinationsstelle geeinigt habe. Russland will mit den Kontrollen unbedingt verhindern, dass die Ukraine auf rückkehrenden Schiffen Waffen ins Land bringen könne. Laut Akar sehe ein mögliches Abkommen nun Kontrollen der Schiffe in den Häfen durch die Vertragsparteien gemeinsam vor. Die Türkei solle des Weiteren sichere Routen durch das Schwarze Meer realisieren.
 
Auch bei Wiederaufnahme von Exporten beeinträchtigt Krieg Produktion der Ukraine
 
Den Agenturmeldungen zufolge sollen alleine im ukrainischen Schwarzmeerhafen Odessa mehr als 20 Mio. t exportfähiges Getreide in den Silos liegen. Neben der Versorgung zahlreicher importabhängiger und hungergefährdeter Länder Nordafrikas, des Nahen Ostens und Asiens mit Weizen ist die Ukraine wichtiger Exporteur von Mais etwa nach Europa sowie von Sonnenblumenöl. Auch wenn die Exporte über die Schwarzmeer-Route wieder aufgenommen werden können, bleibt offen, wie lange die Kriegshandlungen noch andauern und wie sehr diese das Produktionspotenzial des Landes beeinträchtigen. Es heißt etwa, 25% der Ackerfläche könnten verloren, zerstört oder nicht bewirtschaftet sein.
 
Das US-Landwirtschaftsministerium USDA prognostizierte in seinem Monatsbericht zu den globalen Märkten am Dienstag dieser Woche, die Weizenernte der Ukraine solle von 33,01 Mio. t im Vorjahr heuer auf 19,5 Mio. t einbrechen und der Export von Weizen im Jahresvergleich um 8,8 Mio. t auf 10,00 Mio. t. An Mais könne die Ukraine mit 25,00 Mio. t um 17,13 Mio. t weniger ernten als im Vorjahr und davon mit 9,00 Mio. t auch nur um 15,00 Mio. t weniger ausführen. (Schluss) pos
 
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