Nur Maiskurse reagieren positiv auf die jüngsten USDA-Prognosen

Das US-Landwirtschaftsministerium senkte in der am Freitagabend veröffentlichten April-Ausgabe des WASDE-Berichts für das laufende Wirtschaftsjahr 2020/21 die Prognose der weltweiten Endlager von Weizen um 5,67 Mio. t sowie von Mais um 3,82 Mio. t und hob die für Ölsaaten um 3,58 Mio. t, davon die von Sojabohnen um 3,13 Mio. t an. Die internationalen Warenterminbörsen reagierten darauf zu Wochenbeginn mit Kursanstiegen beim Mais, weil die Revision der globalen Endlager vor allem den weltgrößten Exporteur, die USA, betrifft. Insgesamt zeigen sich die Maispreise am Weltmarkt nach mehreren Jahren des Bestandsabbaus zurzeit am stärksten und nahe achtjährigen Höchstständen. Die Weizenkurse hingegen starteten die Woche nach einer leichten Befestigung an den Tagen zuvor im roten Bereich, offensichtlich weil die Herabsetzung der globalen Endlagerprognose praktisch nur das nicht marktrelevante China betrifft und die Stimmung an den US- und EU-Märkten unter der anhaltenden Exportkonkurrenz durch Russland leidet.

Wiener Notierungen folgen internationalen Trends verzögert und weniger volatil

Wien, 12. April 2021 (aiz.info). - Das US-Landwirtschaftsministerium senkte in der am Freitagabend veröffentlichten April-Ausgabe des WASDE-Berichts für das laufende Wirtschaftsjahr 2020/21 die Prognose der weltweiten Endlager von Weizen um 5,67 Mio. t sowie von Mais um 3,82 Mio. t und hob die für Ölsaaten um 3,58 Mio. t, davon die von Sojabohnen um 3,13 Mio. t an. Die internationalen Warenterminbörsen reagierten darauf zu Wochenbeginn mit Kursanstiegen beim Mais, weil die Revision der globalen Endlager vor allem den weltgrößten Exporteur, die USA, betrifft. Insgesamt zeigen sich die Maispreise am Weltmarkt nach mehreren Jahren des Bestandsabbaus zurzeit am stärksten und nahe achtjährigen Höchstständen. Die Weizenkurse hingegen starteten die Woche nach einer leichten Befestigung an den Tagen zuvor im roten Bereich, offensichtlich weil die Herabsetzung der globalen Endlagerprognose praktisch nur das nicht marktrelevante China betrifft und die Stimmung an den US- und EU-Märkten unter der anhaltenden Exportkonkurrenz durch Russland leidet.

Das Auf und Ab der internationalen Warenbörsen ist zuletzt im Hinblick auf die nahenden Ernten auf der Nordhalbkugel auch schon stark den Wettermärkten und den damit wechselnden Aussichten für die Erntemengen geschuldet. So wurde etwa die vorwöchige kurzzeitige und von Chicago ausgehende Befestigung der Weizennotierungen mit zu trockenen Wetterbedingungen im US-amerikanischen Sommerweizenanbaugebiet begründet.

Wiener Notierungen folgen internationalen Trends verzögert und weniger volatil

Nachdem die Wiener Produktenbörse ihre Notierungstätigkeit in der Karwoche ausgesetzt hat, notierte sie am Mittwoch dieser Woche Premiumweizen mit 212,50 Euro/t um 1,50 Euro und Qualitätsweizen mit 211 Euro/t um 1 Euro niedriger als zuletzt vor 14 Tagen.

Damit schlossen sich die österreichischen Kassamarktpreise der internationalen Tendenz im März gesunkener Preise wiederum zeitverzögert und in geringerem Tempo an - diesmal allerdings derart, dass nunmehr wieder kaum ein Abstand der Wiener Notierungen von Aufmischweizen zu denen von Mahlweizen an der Pariser Terminbörse Euronext besteht. Der Mahlweizen an der Euronext startete am Montag für den Liefertermin Mai bei 211,25 Euro/t in den Handel, neue Ernte zur Lieferung im Dezember bei 199,50 Euro/t.

Es heißt unter Marktteilnehmern, dass Brotweizen aus dem In- und benachbarten Ausland zuletzt etwas eifriger, allerdings mit zu hohen Preisvorstellungen für die Abnehmer angeboten worden sei. Insgesamt rechnet man, dass das noch verbliebene inländische Angebot nach dem starken Nachfragesog aus der Mischfutterindustrie nach Eiweißalternativen trotz Corona-bedingter Ausfälle in Gastronomie und Tourismus auch in Italien nunmehr im Gleichgewicht zum noch offenen Bedarf sei.

Von aktiverem Angebot und zurückhaltender Nachfrage wird auch vom Futtergetreidemarkt berichtet, wobei die ebenfalls leicht gesunkene Wiener Futtermaisnotierung von 206,50 Euro/t nahezu Qualitätsweizenniveau hält. Einfuhren von Futterweizen aus dem EU-Raum notieren - wenn auch CPT heimischer Empfangsstation in Niederösterreich - mit 219 Euro/t höher als inländischer Premiumweizen ab Station.

"Spannend" sei, dass sich die Preise von Ölsaaten alter Ernte relativ zeitig in der Saison - und zwar von oben her - an neuer Ernte annäherten, interpretieren Marktbeobachter die Quotierungen vertragsfreier Ware durch Ölmühlen rund um Österreich. Auch an der Euronext fiel die Rapsnotierung wieder unter die Anfang März erreichte Spitze von mehr als 525 Euro/t. Raps alter Ernte zur Lieferung im Mai hielt am Montagvormittag bei 511 Euro/t, der neuer Ernte zur Lieferung im August bei 454,35 Euro/t. Sojaschrote, deren Notierungen vor Ostern durch die Decke gingen und das Geschäft zum Erliegen brachten, notieren an der Wiener Produktenbörse nach wie vor nicht.

EU-Kommission: Österreichs Ernte 2021 im Gegensatz zu EU-Trend kleiner als 2020

Entgegen dem Trend einer sich in der EU-27 erholenden Getreideproduktion insgesamt mit im Jahresabstand steigenden Weizen-, Gersten- oder auch Rapsernten prognostiziert die Europäische Kommission hierzulande eine zum Vorjahr um 8,3% kleinere Weizenproduktion, ein Minus bei Roggen um 14%, bei Gerste um 2% und beim Raps um weitere 6,6%. Österreichs gesamte Getreideernte soll damit zwar um 1,8% über dem Fünfjahresschnitt zu liegen kommen, aber um 4,5% unter dem Vorjahresergebnis, wohingegen die EU-27 heuer eine um 5,3% gegenüber dem Vorjahr und um 5,1% zu den letzten fünf Jahren größere gesamte Getreideernte erwarte.

Die Weizenernte Österreichs prognostiziert die Brüsseler Behörde um 2,4% unter dem Fünfjahresschnitt und die von Roggen exakt am Fünfjahresschnitt. Die Gerstenproduktion soll um 3,6% darüber zu liegen kommen und die Rapsernte gar um satte 18,5% gegenüber dem Schnitt der letzten fünf Jahre zurückgehen.

USDA senkt globale Endlagerprognose von Weizen und Mais in Saison 2020/21

Das US-Landwirtschaftsministerium senkt in der April-Ausgabe des WASDE-Berichts die Prognose für die weltweiten Endlager von Weizen um 5,67 Mio. t sowie von Mais um 3,82 Mio. t im laufenden Wirtschaftsjahr 2020/21 und hebt die für Ölsaaten um 3,58 Mio. t, davon die von Sojabohnen um 3,13 Mio. t an. Die Korrektur beim Weizen geht vor allem auf das Konto Chinas, für das das USDA die Weizenverfütterung im Monatsabstand um 5 Mio. t auf den nunmehrigen Rekordwert von 40 Mio. t höher und die Endlager um dieselbe Menge niedriger ansetzt. In Summe verbraucht das Reich der Mitte 150 Mio. t Weizen, also knapp ein Fünftel des weltweiten Konsums. Damit komme es nunmehr trotz Rekordernte entgegen der bisherigen Annahme eines Bestandsaufbaus weltweit zu einem Bestandsabbau beim Weizen, wobei Chinas Weizenreserven erstmalig seit acht Jahren, nämlich 2012/13, abschmelzen würden. Die Korrektur der globalen Maisbilanz findet als Folge vor allem eines nach oben revidierten Inlandsverbrauchs, aber auch leicht höherer Exportannahmen vor allem in den USA statt. Hier werden die Endlager nunmehr um 3,81 Mio. t kleiner gesehen. Eine erste Prognose für das kommende Wirtschaftsjahr 2021/22 ist im kommenden Mai-WASDE vorgesehen.

Weizenbilanzen der Welt ohne China deutlich enger

Trotz des Lagerabbaus hält China immer noch gut 49% der globalen Weizenreserven, was knapp 97% seines Jahresverbrauchs entspricht. Somit stellt sich, rechnet man China heraus, die weltweit mit knapp 38% Endlageranteil am Jahresverbrauch vermeintlich großzügige Versorgungsbilanz deutlich enger dar: Betrachtet man die Bilanz der für die Welternährung maßgeblichen sechs größten Weizenexporteure (Argentinien, Australien, EU-28, Kanada, Russland und Ukraine), fällt diese mit 18,50% Endlageranteil (Ratio stock to use) deutlich bullisher aus und zeigt sich die der EU-28 (noch unter Einschluss des Vereinigten Königreichs berechnet) mit 9,13% stock to use sogar extrem knapp. Demgegenüber liegen aber in den USA mehr als drei Viertel ihres Inlandsverbrauchs an Weizen auf Lager, wobei der WASDE die Schätzung gegenüber dem März um 0,4 Mio. t anhebt. Bei den Exportzahlen revidiert das Ressort die Weizenausfuhren der EU-28 und Russlands zum März um jeweils 0,5 Mio. t nach oben.

Eindruck globaler Maisbilanzen ebenfalls von China verzerrt

Wie beim Weizen werden auch die globalen Maisbilanzen durch China verzerrt: Liegt der globale Endlageranteil am Verbrauch mit 24,55 % bei knapp einem Viertel, bleiben ohne diesem Land dem Rest der Welt nur mehr 10% oder ein Zehntel Maisreserven. China hortet dabei fast 70% der weltweiten Maislager, entsprechend fast 68% seines Jahresverbrauchs, der mit 289 Mio. t ziemlich exakt ein Viertel des globalen Maiskonsums ausmacht.

Anders als beim Weizen geht der neuerliche weltweite Bestandsabbau von Mais im laufenden Wirtschaftsjahr um 19 Mio. t nur in einem viel geringeren Ausmaß von weniger als einem Viertel auf die Kappe Chinas. Ebenfalls im Gegensatz zum Weizenweltmarkt, wo die EU zu den großen Exporteuren zählt, reiht sich die Union (EU-28) bei Mais in die Riege der größten Importeure: Die EU muss demnach 2020/21 mit 15,50 Mio. t rund ein Fünftel ihres Maisbedarfs von 77,30 Mio. t vom Weltmarkt einführen.

USDA hebt Sojalager Chinas und Brasiliens sowie Brasiliens Ernte an

Bei den Ölsaaten belässt das USDA die Sojabohnenendlager der USA unverändert zum Vormonat, wobei es zu einem Abbau um 77% kommen soll. Zum Vormonat revidiert der Report die Exporte der USA deutlich hinauf, während es den Inlandsverbrauch senkt. Weltweit kommt es bei Ölsaaten und Sojabohnen zu einem Bestandsabbau, der von Sojabohnen fällt aber um knapp 3 Mio. t geringer aus als im März-Report, weil nunmehr Brasiliens Ernte sowie die Endlager des südamerikanischen Sojagiganten und die Chinas höher angenommen werden. (Schluss) pos

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