Russland: Experte übt Kritik an den Exportzoll-Erhöhungen bei Getreide

Ausfuhrpotenzial liege deutlich höher

Moskau, 22. Februar 2021 (aiz.info). - Russland kann aufgrund der seit Mitte Februar geltenden Exportzölle auf Getreide 2020/21 deutlich weniger davon an den Außenmärkten absetzen als möglich und auch notwendig wäre, sagte der Leiter der Agraranalysenagentur ProZerno, Wladimir Petritschenko, vergangene Woche bei einem zentralen Agrarforum in der bedeutenden Getreideanbauregion Krasnodar. Petritschenko schätzt die Getreideexporte im gesamten Wirtschaftsjahr auf lediglich 43 bis 46 Mio. t, während das eigentliche Ausfuhrpotenzial an die 50 bis 51 Mio. t betragen könnte. Am deutlichsten sei davon Weizen betroffen, wo die "normale" Exportmenge von 40 bis 41 Mio. t um mindestens 5 Mio. t unterschritten würde. Nun hätte das Land zum Anfang 2021/22 mit Übergangsvorräten in Höhe von 18 bis 19 Mio. t Weizen zu rechnen, was übermäßig viel und für die Getreidewirtschaft keinesfalls günstig wäre. Noch weniger Verständnis zeigte der Experte für die geplante Einführung der flexiblen Exportzölle auf Weizen, Gerste und Körnermais, deren allwöchentliche Änderungen Unsicherheiten für die Exporteure mit sich bringen würden.

Wie berichtet, wurde für die Ausfuhren der drei Getreidearten außerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) im Zeitraum 15. Februar bis 30. Juni 2021 ein Tarifkontingent von insgesamt 17,5 Mio. t festgelegt. Dabei sind die Exporte von Weizen bis Ende Februar mit einer Abgabe von 25 Euro je t zu belegen, die ab März auf 50 Euro je t erhöht wird. Auf Körnermais und Gerste sollen ab dem 15. März Exportzölle von 25 beziehungsweise 10 Euro je t gelten. Die auf der Grundlage der Weltmarktpreise und Vertragspreise in den russischen Häfen zu berechnenden flexiblen Ausfuhrzölle sollen dann am 2. Juni 2021 in Kraft treten. (Schluss) pom

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