USDA-November-Report: Geringfügig größere Weizenlager und deutlich kleinere von Mais

Das US-Landwirtschaftsministerium setzte am Freitagabend im November-WASDE-Bericht für 2019/20 die weltweite Endlagerprognose für Weizen und Ölsaaten eine Spur hinauf, die von Mais spürbar hinunter sowie die Endbestände von Getreide insgesamt ebenfalls herab. An den Terminbörsen schlug der Bericht keine großen Wellen. Am Freitag gab an der weltweiten Leitbörse CBoT in Chicago Weizen leicht nach, Mais legte etwas zu, verlor aber über die ganze Woche und auch Sojabohnen schwächten sich ab - nicht zuletzt deshalb, weil US-Präsident Donald Trump eine zuvor von chinesischen Quellen kolportierte und von den Märkten erhoffte Teileinigung im Wettlauf der gegenseitigen Strafzölle mit China wieder in Abrede stellte.

Keine großen Wellen an den Börsen - Kurse leicht negativ - Trump stellt China-Deal in Abrede

Wien, 11. November 2019 (aiz.info). - Das US-Landwirtschaftsministerium setzte am Freitagabend im November-WASDE-Bericht für 2019/20 die weltweite Endlagerprognose für Weizen und Ölsaaten eine Spur hinauf, die von Mais spürbar hinunter sowie die Endbestände von Getreide insgesamt ebenfalls herab. An den Terminbörsen schlug der Bericht keine großen Wellen. Am Freitag gab an der weltweiten Leitbörse CBoT in Chicago Weizen leicht nach, Mais legte etwas zu, verlor aber über die ganze Woche und auch Sojabohnen schwächten sich ab - nicht zuletzt deshalb, weil US-Präsident Donald Trump eine zuvor von chinesischen Quellen kolportierte und von den Märkten erhoffte Teileinigung im Wettlauf der gegenseitigen Strafzölle mit China wieder in Abrede stellte. Der Montag ist Feiertag in den USA, weshalb eine Orientierung an der CBoT fehlt. Im außerbörslichen Online-Handel standen aber neuerlich leicht negative Vorzeichen zu Buche. Nachdem der Dezember-Mahlweizenkontrakt an der Pariser Euronext am Freitag noch neutral bei 178,50 Euro/t geschlossen hat, gab er Montagmittag einen Euro ab. Der Pariser Maiskontrakt zur Lieferung im Jänner hat am Freitag um 0,25 Euro auf 163,50 Euro/t verloren und war zu Wochenbeginn um weitere 0,25 Euro im Minus, wohingegen der Februar-Rapsfuture am Freitag 1,75 Euro auf 389,75 Euro/t und am Montag zusätzliche 0,75 Euro gewonnen hat.

Zwischenzeitlich mehren sich Meldungen, dass exzessive Regenfälle in weiten Gebieten Europas - allen voran Frankreich - die laufende Maisernte unterbrechen, Erträge schmälern und Aflatoxin-gefahr erhöhen könnten sowie den Herbstanbau beeinträchtigen.

USDA: Globale Weizenreserven bei 38% - ohne China aber nur bei 23%

Der Report des USDA hebt die weltweite Weizenernte gegenüber dem Oktober leicht an, wobei höhere Ernteschätzungen für die EU, Russland und die Ukraine verringerte für Argentinien und Australien mehr als ausgleichen. Der weltweite Weizenverbrauch wird eine Spur höher als im Vormonat geschätzt und soll gegenüber der Vorsaison um 3% zulegen. Unter dem Strich bleiben in der Bilanz um knapp 0,5 Mio. t im Vergleich zum Oktober-Report höher geschätzte Weizenendlager von 288,3 Mio. t oder 38,17% des Verbrauchs. Das USDA merkt dazu allerdings an, dass 51% der globalen Weizenreserven in China lägen. Diese Formulierung impliziert, dass die Weizenreserven kaum auf den Weltmarkt gelangen und deshalb für diesen auch nahezu nicht preisrelevant sind. China herausgerechnet weist der Weizenweltmarkt auch nur einen Endlageranteil am Verbrauch (Ratio stock to use) von 22,74% auf. Ähnlich bei Mais, wovon China sogar 66% Anteil der weltweiten Reserven hält.

Weizenexportprognose der EU auf 29 Mio. t angehoben - Ratio stock to use nur bei 9%

Die höheren Ernteschätzungen für die EU, Russland und die Ukraine münden auch in nach oben revidierte Exportprognosen für diese Herkünfte - auch weil Australien und Argentinien weniger Ware ausführen könnten. Für die EU heißt das: 153 Mio. t Weizenernte (+1 Mio. t gegenüber Oktoberprognose), 127,5 Mio. t Verbrauch (+/-0) und 29 Mio. t Weizenexport (+1 Mio. t zu Oktoberprognose, +5,69 Mio. t zur Saison 2018/19). Zum Vergleich: Russland etwa lag Anfang November laut dem Analysten SovEcon um 13,1 % hinter den Weizenexporten das Vorjahres zurück. In der EU-Bilanz des WASDE ergibt sich eine unveränderte Endlagerannahme von 12 Mio. t Weizen oder 9,4% ihres Eigenverbrauchs. Die Reserven der Ukraine werden ebenfalls etwas zurückgenommen, die Russlands leicht hinaufgesetzt. Sinken sollen die Weizenendlager gegenüber dem Oktober-Bericht auch in den USA - dort werden der Verbrauch zwar etwas geringer und die Exporte gleich hoch geschätzt, aber die Ernte um 1,13 Mio. t kleiner als vor Monatsfrist. 27,59 Mio. t Weizenreserven bedeuten aber für die USA immer noch 87,7% Ratio von stock to use gemessen am Eigenverbrauch.

Weltweite Maisendlager schmelzen um 24 Mio. t ab

Noch stärker als die weltweiten Ernten kürzt das USDA zum vorigen Report die Anfangsbestände an Mais und hebt den Verbrauch leicht an. Daraus ergibt sich für 2019/20 ein um 2,62 Mio. t gestiegenes Maisdefizit von 24,10 Mio. t. Durch die Bank niedriger schätzt der WASDE nunmehr Produktion, Verbrauch und Endlager in den USA, für die EU nimmt er nur Ernte (-0,24 Mio. t auf 64,56 Mio. t, 2018/19: 64,22 Mio. t) und Endlager zurück. Dabei wird die Union 21 Mio. t Mais zur Deckung ihres Bedarfs einführen müssen.

Rapsernte der EU nach unten revidiert - weltweites Ölsaatendefizit

Einen Deut höher als im Oktober fällt trotz reduzierter Angebotszahlen die Endlagerschätzung der Ölsaaten aus, wobei es aber insgesamt zu einem Lagerabbau von 17,78 Mio. t kommen soll. Dabei soll es in den USA trotz einer leicht nach unten revidierten Ernte von Sojabohnen zu einem Bestandsaufbau kommen, während die Welt insgesamt einen Abbau um 14,24 Mio. t erwartet. Die verringerte Ernteerwartung enthält unter anderem Korrekturen der Rapserzeugung der EU und Australiens nach unten. (Schluss) pos

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