IGC-GMR Februar 2026: Getreideernte und Endlager nach Anhebungen wieder gesenkt

2026/27 etwas engere Weizenbilanz prognostiziert - EU-Weizenendlager nach unten revidiert
Der Internationale Getreiderat (IGC) nimmt im Grain Market Report (GMR) vom Februar gegenüber dem Jänner-Report nur minimale Änderungen mit der leichten Senkung des gesamten Getreideangebots sowie der Endlager von Weizen und dem gesamten Getreide vor. In noch sehr vagen Prognosen sagt der Rat für die kommende Saison 2026/27 eine etwas engere Weizenbilanz mit kleinerer Ernte und steigendem Verbrauch und auch weniger Maisproduktion voraus. Weil wenig profitabel, könnte der Gerstenanbau unterdurchschnittlich ausfallen, die Getreidefläche insgesamt aber ähnlich groß wie 2025/26.
Mit Rekordernten an Weizen und Mais erreicht die weltweite Erzeugung von Getreide insgesamt (Weizen, Futtergetreide und Mais) 2025/26 das Allzeithoch von 2.460 Mio. t und einen Zuwachs von 5,8% zum Vorjahr. Weil die Gerstenproduktion nach unten korrigiert wird, die von Weizen und Mais aber gleich bleibt, reduziert sich die Ernteschätzung des gesamten Getreides zum Jänner erstmalig nach einer Serie von Erhöhungen in den vorangegangenen Reports wieder, nämlich um 1 Mio. t. Ebenso setzt man die Anfangsbestände 3 Mio. t - auf den den niedrigsten Stand seit zehn Jahren - und den Verbrauch um 1 Mio. t kleiner an. Damit wird die Endlagerprognose um 3 Mio. t auf 631 Mio. t oder gut 26% des Verbrauchs zurückgenommen. Da die im Jahresabstand 2,8% Verbrauchszuwachs aber hinter dem um 3,8% wachsenden Angebot zurückbleiben bauen sich die Endbestände im Jahresabstand aber um 45 Mio. t. oder 7,7% auf. Mit dem stärksten Anstieg bei Sojabohnen - in geringerem Ausmaß aber auch bei Weizen, Mais und Gerste - stiegen die im Gesamtpreisindex (GOI) vom IGC erfassten Exportpreise in den vergangenen fünf Wochen um 4,4% auf nahezu Vorjahresniveau.

IGC-Weltgetreidebilanzen Februar 2026

2023/24 2024/25
vorläufig
2025/26
Prognose
2025/26
zu Vormonatr
25/26
zu 24/25
Weizen
Ernte 795 801 842 0 +41
Angebot 1.079 1.074 1.105 -1 +31
Verbrauch 806 810 823 0 +13
Endbestand 273 263 282 -1 +19
Bestand
zu Vorjahr
-11 -10 +19 0 +9
Ratio stock/use 33,87% 32,47% 34,26% -0,12% +1,80%
Mais
Ernte 1.233 1.239 1.313 0 +74
Angebot 1.529 1.538 1.602 0 +64
Verbrauch 1.231 1.249 1.298 +1 +49
Endbestand 299 289 305 0 +16
Bestand
zu Vorjahr
+2 -9 +16 0 +7
Ratio stock/use 24,29% 23,14% 23,50% -0,02% +0,36%
Getreide gesamt
Ernte 2.311 2.326 2.460 -1 +134
Angebot 2.933 2.935 3.046 -4 +111
Verbrauch 2.324 2.349 2.415 -1 +66
Endbestand 609 586 631 -3 +45
Bestand
zu Vorjahr
-13 -23 +45 0 +22
Ratio stock/use 26,20% 24,95% 26,13% -0,11% +1,18%
Sojabohnen
Ernte 395 429 428 +1 -1
Angebot 457 501 510 +1 +9
Verbrauch 385 419 431 -1 +12
Endbestand 72 82 79 +2 -3
Bestand
zu Vorjahr
+10 +10 -3 -2 -7
Quelle: IGC, Grain Market Report vom 19. Februar 2026 im Vergleich zum Report vom 15. Jänner 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet. Nächster Report: 19. März 2026

Verfütterung steigt am stärksten - Lageraufbau bei Exporteuren trotz wachsendem Handel

Den stärksten Verbrauchszuwachs im Jahresvergleich verzeichnet die Verfütterung mit 4,0% (1.093 Mio. t) vor der industriellen Verwertung mit 2,6% (412 Mio. t) und der menschlichen Ernährung mit 1,9% (783 Mio. t). Der Lageraufbau konzentriert sich auf die Gruppe der wichtigen Exporteure (Argentinien, Australien, EU, Kanada, Kasachstan, Russland, Ukraine und USA) mit einer Zunahme um 39,8%. Und das, obwohl das Welthandelsvolumen zu 2024/25 um 5,9% zulegt und auch im Vergleich zum Jänner wegen mehr Exporten von Mais, Weizen, Gerste und Sorghum nach Asien um 3 Mio. t auf 449 Mio. t oder 18,3% der Gesamtproduktion nach oben korrigiert wird.

Weizen: Etwas Kleinere Anfangsbestände entlasten Bilanz leicht - Endbestand wächst - Lager ungleich verteilt

In der Weizenbilanz belässt der IGC die Ernte (842 Mio. t, +41 Mio. t zum Vorjahr) und den Verbrauch (823 Mio. t, +13 Mio. t) gegenüber Jänner unverändert, senkt aber wegen kleinerer Anfangsbestände das Angebot um 1 Mio. t (1.105 Mio. t, +31 Mio. t zum Vorjahr) und ebenso den Endbestand um 1 Mio. t (282 Mio. t, +19 Mio. t zum Vorjahr). Allerdings wachsen die globalen Weizenendlager (282 Mio. t) im Jahresabstand um 19 Mio. t beziehungsweise 7,2% auf 34,3% des Verbrauchs (Ratio stock to use) an. Stock to use ist dabei sehr ungleich verteilt (siehe Tabelle am Absatzende). China hortet fast einen Jahresbedarf (91,6%) an Weizenreserven, die Welt ohne China sitzt auf 16,6% Weizenlageranteil am Verbrauch, die Exporteure 18,2% und die EU gar nur 11,0%. Innerhalb der Gruppe der Exporteure stechen die USA mit 44,3% stock to use hervor. Ihre Weizenendbestände von 24,7 Mio. t (+1,4 Mio. t zum Vorjahr) hebt der IGC zum Jänner um 0,1 Mio. t an.

IGC Weizen 02-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globalen Reserven

Verbrauch Endlager stock/use Anteil an
Endlager global
Welt 822,8 282,4 34,3% 100,0%
China 148,0 135,5 91,6% 48,0%
Welt
ohne China
884,3 146,9 16,6% 52,0%
Exporteure 426,6 77,6 18,2% 27,5%
USA 55,8 24,7 44,3% 8,7%
Quelle: IGC, Grain Market Report vom 19. Februar 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet. Verbrauch: Eigenverbrauch + Export, Exporteure: Argentinien, Australien, EU, Kanada, Kasachstan, Russland, Ukraine, USA. Anmerkung: Im Gegensatz zum WASDE-Report zählt der GMR Kasachstan zur Gruppe der Exporteure.

EU und Weizen: Weniger Ernte und mehr Verbrauch - Endlager gesenkt- Export gleicht Bilanz nicht aus

Auch die Weizenendbestände der EU wachsen im Jahresvergleich an - nämlich um 5,1 Mio. t auf 15,9 Mio.t, aber um 0,8 Mio. t weniger stark als vor Monatsfrist angenommen. Die Weizenernte der EU korrigiert der Rat um 0,3 Mio.t auf 143,4 Mio. t (+23,9 Mio. t zum Vorjahr) nach unten. den Verbrauch jedoch um 0,4 Mio. t auf 113,7 Mio. t (+4,5 Mio. t zum Vorjahr) hinauf. Die Exportprognose bleibt bei 31,3 Mio. t (+3,1 Mio. t) Weizen, ihre Steigerung um 3,1 Mio.t zum Vorjahr und 4,5% Mehrverbrauch können aber in der Bilanz eine Steigerung des Angebots um 12,7 Mio. t nicht ausgleichen.
 
Gegenüber Jänner steigende Exportprognosen weisen die Nummer eins, Russland (+0,2 Mio., 44,4 Mio. t, -0,6 Mio. t zum Vorjahr), Kanada (+0,2 Mio., 28,4 Mio. t, -0,9 Mio. t zum Vorjahr) und Kasachstan (+0,2 Mio., 10,1 Mio. t, +0,2 Mio. t zum Vorjahr). Die Weizenausfuhr der Ukraine wird um 0,5 Mio. t (14,0 Mio.t, -2,8 Mio. t zum Vorjahr) gesenkt.

Maisbilanz: Minimale Anpassungen und unveränderte Endlagerprognose - USA mit starkem Lageraufbau

Mit im Vergleich zum Jänner minimalen Anhebungen der Anfangsbestände beim Mais (+0,2 Mio. t, 289,3 Mio. t), der Erzeugung (+0,5 Mio. t, 1.313,1 Mio. t, +73,7 Mio. t zum Vorjahr) und des Verbrauchs (+0,8 Mio. t, 1.297,6 Mio. t, +48,8 Mio. t zum Vorjahr) bleibet es in der globalen Maisbilanz bei 304,8 Mio. t Endbestand und 15,5 Mio. t Aufbau übers Jahr. Auf einen signifikanten Lageraufbau um 16,5 Mio. t oder 41,9% auf 55,9 Mio. t steuert dabei der größte Exporteur, die USA (82,0 Mio.t), zu. Ähnlich wie die EU beim Weizen können die USA ihre Maisbilanz nach 45,0 Mio. t (432,3 Mio.t, weltgrößter Erzeuger) Produktionszuwachs durch nur 16,5 Mio. t Steigerung ihres Exports nicht ausbalancieren. Auch der Endlageranteil von Mais am Verbrauch liegt in den USA mit 13,4% über dem der Gruppe aller Exporteure (Argentinien, Brasilien, Südafrika, Ukraine und USA, 11,7%) sowie über der Welt ohne China (10,6%), das 57,6% eines Jahresbedarfs bunkert, und der EU (siehe Tabelle am Absatzende). In der Exportprognose muss die Ukraine eine Kürzung zum Vormonat um 1,0 Mio. t auf 22,5 Mio. t (+2,5 Mio. t zum Vorjahr) hinnehmen sowie eine ebensolche Erhöhung der Endlager auf 3,0 Mio. t (+1,9 Mio. t zum Vorjahr).

IGC Mais 02-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globalen Reserven

Verbrauch Endlager stock/use Anteil an
Endlager global
Welt 1.297,6 304,8 23,5% 100,0%
China 312,3 179,9 57,6% 59,0%
Welt
ohne China
1.181,6 125,0 10,6% 41,0%
Exporteure 658,2 76,7 11,7% 25,2%
USA 416,5 55,9 13,4% 18,3%
Quelle: IGC, Grain Market Report vom 19. Februar 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet. Verbrauch: Eigenverbrauch + Export. Exporteure: Argentinien, Brasilien, Südafrika, Ukraine, USA. Anmerkung: Im Gegensatz zum WASDE-Report weist der GMR keine Gruppe der Exporteure sowie Daten für Russland aus. Die Zahlen der oben genannten Gruppe der Exporteure beruhen auf Eigenberechnung aus den IGC-Länderdaten.

EU rationiert bei kleinerem Maisangebot ihren Verbrauch

In der EU-Maisbilanz bleibt die Ernte unverändert zum vorigen Report (58,1 Mio. t, -1,4 Mio. t zum Vorjahr). Jedoch nimmt der Rat die Maiseinfuhr der Union um 0,5 Mio. t (20,0 Mio. t, +1,1 Mio. t zum Vorjahr) und um ebensoviel das Angebot (84,8 Mio. t, -1,6 Mio. t zum Vorjahr) sowie den Verbrauch (75,5 Mio. t, -1,5 Mio. t zum Vorjahr) zurück. Es resultieren 7,9 Mio. t Maisendlager (+1,2 Mio. t zum Vorjahr).

Sojabohnen: Trotz höherer Endlagerprognose Lagerabbau - US-Export sinkt stärker als Erzeugung

Die Sojabohnenerzeugung der Welt (428 Mio. t) verfehlt trotz einer Erhöhung um 1 Mio. t gegenüber Jänner den Vorjahresrekord knapp um 1 Mio. t. Zusammen mit einer auch leichten Rücknahme der Verbrauchsprognose um 1 Mio. t (431 Mio. t, +12 Mio. t zum Vorjahr) kommt es nun zu 2 Mio. t größer geschätzten Endlagern (79 Mio. t). Der Verbrauch erreicht mit vor allem starker Nachfrage nach Verarbeitungsprodukten mit 3% jährlichem Zuwachs hingegen einen neuen Rekord. Nach Jahren des Aufbaus kommt es zu einem moderaten Lagerabbau um 3 Mio. t auf einem dennoch weiterhin überdurchschnittlichen Stand. Ein gegenüber dem Vorjahr heftiger Produktionszuwachs in Brasilien (+7,5 Mio. t, 179,0 Mio. t) kontrastiert innerhalb des Trios der größten Exporteure mit Rückgängen in Argentinien (-4,1 Mio. 47,0 Mio. t) und den USA (-3,0 Mio. 116,0 Mio. t). Brasilien kann seine Produktionssteigerung in 3,7 Mio. t Exportsteigerung ummünzen. Die Sojabohnenausfuhr der USA fällt aber noch stärker als ihre Ernte zurück, nämlich um 8,7 Mio. t auf 42,7 Mio. t. Weltweit nehmen die Sojaeinfuhren im Jahresabstand um 2,4 Mio. t auf 187,0 Mio. t - auch ein Allzeit-Hoch zu, davon alleine in China um 1,7 Mio. t auf 113,0 Mio. t.

Für das kommende Wirtschaftsjahr 2026/27 stellt der IGC vor allem bei den Exporteuren eine Erholung der Anbaufläche von Sojabohnen um 2% in Aussicht.

IGC-Preisindex vor allem wegen Soja seit Jänner um 4,4% befestigt

Der Gesamtpreisindex (GOI) der vom IGC erfassten Exportpreise stieg in den fünf Wochen seit dem Jänner-Report um 4,4% auf 0,1% unter dem Wert zur gleichen Zeit des Vorjahres. Den schärfsten monatlichen Anstieg von 7,6% (+9,8% im Jahresabstand) verbucht der Subindex von Sojabohnen. Dabei erreichten die Sojapreise in Argentinien und den USA die stärksten Zuwächse, wohingegen die in Brasilien wegen saisonalen Erntedrucks nur moderat zulegten. Einen deutlichen Preisanstieg von 4,1% (+3,6% im Jahresabstand) schaffte auch Gerste. Weizen brachte es immerhin noch auf 2,1% Befestigung gegenüber Jänner, blieb aber 6,0% unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Weizenpreis wurde vor allem von Ängsten um Auswinterungsschäden und von wetterbedingten Behinderungen der Logistik bei Exporteuren auf der Nordhalbkugel unterstützt. Um 1,0% (-7,5% im Jahresabstand) stärkten sich die Maispreise. Dafür verantwortlich waren durch die Bank international solide Nachfrage und fallweise Schwierigkeiten in der Logistik der USA und Ukraine. Ein müder Reismarkt - teilweise in Verbindung mit Urlaubssaison in asiatischen Schlüsselmärkten - drückte den Index gegenüber Jänner um 0,7% und zum Vorjahr um 14,3%.

Über den Grain Market Report - GMR des IGC

Die Kurzzusammenfassung des GMR auf der Anfang 2026 neu gestalteten Website des IGC www.igc.int (Link in Box MARKET FUNDAMENTALS auf Startseite oder OUR EVENTS > Press Release) stellt neben dem Tabellenwerk eine kurze Analyse der jüngsten Entwicklung der Getreide- und Ölsaatenmärkte sowie der Exportpreise und einen Ausblick auf das weitere Wirtschaftsjahr zur Verfügung.

Die Veröffentlichung des nächsten Berichts ist am 19. März 2026 geplant.

Auf der Website des IGC (Link siehe unten) findet sich zudem Information über Exportpreise und globale Fundamentaldaten.