IGC-GMR Mai 2026: Weizenendlager 2025/26 und 26/27 sowie Maislager 2026/27 leicht gesenkt

Börse-Spezial: EK-Vergleich der Wettbewerbsfähigkeit globaler Weizenanbieter
Der Internationale Getreiderat (IGC) nimmt im Grain Market Report (GMR) vom Mai gegenüber April sowohl für 2025/26 als auch 2026/27 nur kleinere Revisionen seiner Bilanzprognosen vor. Nach dem Lageraufbau 2025/26 soll es 2026/27 aufgrund kleinerer Ernten und steigendem Verbrauch zu einem Lagerabbau bei Weizen und Mais kommen, in der EU die Weizenendbestände jedoch weiter leicht wachsen. Als Spezial-Info-Service bringt die Börse den unter anderem auf den IGC-Daten basierten Vergleich der Weizenexportpreise globaler Anbieter. Der Trend zeigt seit Februar gegenüber dem EU-Preisniveau stark ansteigende US-Weizenpreise und eine entsprechende Verschiebung der Wettbewerbsfähigkeit.
Die weltweite Getreideproduktion 2026/27 soll demnach wegen der Verkleinerung von Anbauflächen und schwächeren Erträgen erstmalig seit vier Jahren zurückgehen und um 2,5% unter dem Rekord von 2025/26 bleiben. Das Angebot verringert sich jedoch wegen der reichlichen Überlager nur um 0,4%. Da der Verbrauch kommende Saison im Jahresvergleich um 0,5% im Anstieg erwartet wird, sollen die Endbestände um 3,7% - bei den Exporteuren sogar um 9,3% - abnehmen. Damit erreichen die gesamten Getreideendlager der Welt nach dem im auslaufenden Wirtschaftsjahr verzeichneten stärksten Anstieg seit neun Jahren kommende Saison wieder das Ausmaß im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Der Getreidewelthandel 2026/27 soll aufgrund geringeren Importbedarfs der Länder in Nordafrika und dem Nahen Osten Asiens im Jahresabstand um 1,9% an Volumen verlieren. Der Rat belässt mit Verschiebungen zwischen den einzelnen Getreidearten Produktion (2.414 Mio. t), Angebot 3.052 Mio. t), Verbrauch (2.437 Mio. t) sowie Endlager (615 Mio. t, 25,24% stock to use) und den Lagerabbau um 23 Mio.t gegenüber April unverändert. Der Gesamtpreisindex (GOI) der vom IGC erfassten Exportpreise stieg in den letzten vier Wochen 2,6 % und im Vergleich zu einem Jahr davor um 7,8%.

IGC-Weltgetreidebilanzen Mai 2026

2025/26
Prognose
25/26 zu
Vormonat
2026/27
Prognose
26/27 zu
Vormonat
26/27 zu 25/26
Weizen
Ernte 845 0 820 -1 -25
Angebot 1.108 0 1.108 -2 0
Verbrauch 820 +1 827 +2 +7
Endbestand 288 -1 282 -2 -6
Bestand
zu Vorjahr
+25 0 -6 +1 -19
Ratio stock/use 35,12% -0,17% 34,10% -0,33% -1,02%
Mais
Ernte 1.329 +5 1.300 0 -29
Angebot 1.619 +5 1.607 0 -12
Verbrauch 1.311 +4 1.316 +1 +5
Endbestand 307 0 291 -1 -16
Bestand
zu Vorjahr
+18 +1 -16 +1 -2
Ratio stock/use 23,42% -0,07% 22,11% -0,09% -1,30%
Getreide gesamt
Ernte 2.477 +3 2.414 0 -63
Angebot 3.063 +3 3.052 0 -11
Verbrauch 2.425 +3 2.437 0 +12
Endbestand 638 0 615 0 -23
Bestand
zu Vorjahr
+52 +1 -23 0 -29
Ratio stock/use 26,31% -0,03% 25,24% +0,00% -1,07%
Sojabohnen
Ernte 430 +2 442 +1 +12
Angebot 512 +2 520 +1 +8
Verbrauch 433 +2 445 +1 +12
Endbestand 78 0 76 +1 -2
Bestand
zu Vorjahr
-3 -1 -3 0 0
Quelle: IGC, Grain Market Report vom 21. Mai 2026 im Vergleich zum Report vom 23. April 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet. Verbrauch = Eigenverbrauch ohne Export. Nächster Report: 25. Juni 2026

Börse-Spezial: EK-Vergleich der Wettbewerbsfähigkeit globaler Weizenanbieter

Als Spezial-Info-Service bringt die Börse untenstehenden und unter anderem auf den IGC-Daten basierenden Vergleich der Europäischen Kommission mit der Entwicklung der Weizenexportpreise auf fob-Basis in US-Dollar. Dabei zeigt sich in der Wettbewerbsfähigkeit wichtiger Anbieter der Trend, dass die bis Februar dieses Jahres nahe beieinanderliegenden Exportpreise für die vergleichbaren Sortimente Soft Red Winter (SRW) fob Golf von Mexiko aus den USA und des Grade 1 aus der EU fob Rouen ihren Abstand deutlich vergrößern, indem sich die US-Ware sprunghaft und jene aus der EU nur moderat verteuerte. Soft Red Winter (270 USD/t) wird aktuell (20. Mai) mittlerweile um 27 USD/t (+15,4% seit 28.01.) teurer angeboten als der EU-Weizen (243 USD/t, +3,0% seit 28.01.), Hard Red Winter (309 USD/t) sogar um 66 USD/t (+19,8% seit 28.01.) teurer. Hinter dieser Verschiebung der Wettbewerbsfähigkeit steckt offensichtlich das starke Anziehen der Notierungen von US-Weizen aufgrund historisch schlechter Bonitierungen der Bestände in den USA sowie die jüngste Abschwächung des Euros gegenüber dem US-Dollar. Der Vergleich zeigt aber anhand der ukrainischen Exportpreise auch, dass Anbieter vom Schwarzen Meer die EU weiterhin preislich unterfahren.
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Preisvergleich-05-2026 © Archiv
Der IGC revidiert im Mai-GMR die US-Weizenernte 2026 zum Vormonat um 5,7 Mio. t auf 42,5 Mio. t zurück, das ist gegenüber 2025/26 ein Minus von 11,5 Mio. t oder 21,3%. Die USA sollen damit 2026/27 trotz sinkendem Export (21,3 Mio. t,-4,0 Mio. t zum Vorjahr und -2,0 Mio.t zum Vormonat) und Eigenverbrauch (29,9 Mio. t,-0,6 Mio. t zum Vorjahr und -0,7 Mio.t zum Vormonat) ihre Weizenendbestände um 4,8 Mio. t auf 20,1 Mio. t (-2,2 Mio. t zum Vormonat) abbauen können. Sie sitzen aber immer noch auf vergleichsweise hohen 39,3% ihres Jahresverbrauchs (siehe dazu Tabelle unten "IGC Weizen 05-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globalen Reserven").

IGC Weizen 05-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globalen Reserven

WJ 2026/27 Verbrauch Endlager stock/use Anteil an
Endlager global
Welt 826,6 281,8 34,1% 100,0%
China 148,1 134,3 90,7% 47,7%
Welt
ohne China
883,6 147,6 16,7% 52,4%
Exporteure 418,6 65,1 15,6% 23,1%
USA 51,2 20,1 39,3% 7,1%
Quelle: IGC, Grain Market Report vom 21. Mai 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet. Verbrauch (ausgenommen Welt): Eigenverbrauch + Export, Exporteure: Argentinien, Australien, EU, Kanada, Kasachstan, Russland, Ukraine, USA. Anmerkung: Im Gegensatz zum WASDE-Report zählt der GMR Kasachstan zur Gruppe der Exporteure.

Leichte Senkung der globalen Weizenendlager 2025/26 und Anhebung der Maisbestände

Für die laufende Saison 2025/26 bleibt die globale Ernte- und Angebotsprognose des IGC für Weizen im Monatsabstand unverändert, der Verbrauch wird 1 Mio. t hinauf- und das Endlager um 1 Mio. t hinuntergesetzt. Die Weizenendlager bauen sich um 25 Mio. t auf Bessere Ertragsaussichten in Argentinien und Südafrika lassen Maiserzeugung und Angebot gegenüber April um jeweils 5 Mio.t steigen. Der Verbrauch wird um 4 Mio.t höher geschätzt und der Endlagerstand um 0,7 Mio. t bei 23,42 % des Verbrauchs mit 18 Mio. t Lageraufbau.

EU: Bestandsaufbau bei Weizen 2025/26 und neuerlich auch 2026/27

Die Weizenendbestände der EU 2025/26 schätzt der IGC nun auf 15,4 Mio. t. Das sind zwar um 0,4 Mio. t weniger als im April, aber im Jahresabstand ein Bestandsaufbau um 4,1 Mio.t oder 49,5%. Der Export bleibt unverändert bei 30,4 Mio. t. 2026/27 prognostiziert der Rat für die Union eine im Jahresvergleich 5,6 Mio. t kleinere Weizenernte von 137,5 Mio. t (soviel wie im Vormonat), setzt das Angebot um die 0,4 Mio. t mehr Überlager und den Verbrauch um 0,6 Mio. t auf 111,8 Mio. t (-2,4 Mio. t zum Vorjahr) hinauf und kürzt die Exportprognose um 0,5 Mio. t auf 31,8 Mio. t (+1,4Mio. t zum Vorjahr). Der Import steigt im Jahresabstand um 0,1 Mio. t auf 6,7 Mio. t. In der Bilanz kommt damit ein neuerlicher Bestandsaufbau um 0,5 Mio. t auf 15,9 Mio. t heraus. Allerdings senken die Londoner Experten die Endlagerprognose für den EU-Weizen gegenüber April um 0,6 Mio.t und beträgt das Verhältnis stock to use relativ enge 11,1%.

2026/27 weniger Maiserzeugung und mehr Verbrauch - Endlager schrumpfen

Weltweit blickt auch der Maismarkt 2026/27 einem Abbau der Endbestände um 16 Mio. t entgegen. Die Ernte sollen um 29 Mio. t hinter 2025/26 zurückfallen und das Angebot um 12 Mio. t, während der Verbrauch um 5 Mio. t zulegt. Scharf bricht die Produktion in den USA nach dem Vorjahres-Hoch auch beim Mais ein mit einem Minus von 17,4 Mio. t auf 405,9 Mio.t. Die USA sollen ihre Maisendbestände nach dem Anschwellen im laufenden Jahr um 15,8 Mio. t kommende Saison zumindest um 2,6 Mio. t wieder etwas abbauen können.
 
Der EU sagt der Getreiderat gleich wie im April 2026/27 eine Erholung der Maisproduktion um 1,0 Mio. t auf 59,0 Mio. t voraus und gleichzeitig eine Verbrauchssteigerung um 2,0 Mio. t auf 76,2 Mio. t (-1,0 Mio. t zum April). Der Importbedarf nimmt um 0,5 Mio. t auf 19,0 Mio. t (-1,0 Mio. t zum April) zu.

Sojabohnen: 2026/27 neuerlich 3 Mio. t Lagerabbau

So wie in der laufenden Saison sollen laut IGC auch 2026/27 die weltweiten Sojaendlager neuerlich um 3 Mio. t abnehmen. Produktion und Verbrauch steigen dabei um jeweils 12 Mio. t, das Angebot wegen des vorangegangenen Lagerabbaus aber nur um 8 Mio. t. China soll seine Importe im Jahresabstand um 2,5 Mio. t auf 115,8 Mio. t hinaufschrauben. Für die USA wird auch die Prognose der Sojabohnenernte nach unten korrigiert: um 0,6 Mio. t auf 120,7 Mio. t (n+4,7 Mio. t zum Vorjahr). Noch stärker -um 1,8 Mio. t auf 44,9 Mio. t (+3,1 Mio. t zum Vorjahr) - sinkt auch die Exportprognose.

Preise seit April quer durch alle Produkte gestiegen - Insbesondere USA beflügeln Weizen-Subindex

Der Gesamtpreisindex (GOI) der vom IGC erfassten Exportpreise konnte sich - quer durch alle Produkte - seit April um 2,6% und gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 7,8% befestigen. Insbesondere beflügelt vom steilen Anstieg der US-Exportpreise kletterte der Subindex von Weizen im Monatsabstand um 4,2% (+7,7% zum Vorjahr) auf den höchsten Stand seit Juni 2024 nach oben. Stetes Kaufinteresse, aufkeimende Wettersorgen und Einflüsse externer Märkte stärkten den Subindex von Mais um 0,7% (+3,2% zum Vorjahr) und brachten ihn Anfang Mai nahe an ein 13-Monate-Hoch. Knapperes Spot-Angebot in Thailand und Vietnam ließen die Reispreise um 2,4% steigen, sie sind aber noch 4,5% niedriger als vor einem Jahr. Mit oftmals Einflüssen von externen Märkten legten Sojabohnen gegenüber April um 2,6% und im Jahresabstand um 12,4% zu.

Über den Grain Market Report - GMR des IGC

Die Kurzzusammenfassung des GMR auf der Anfang 2026 neu gestalteten Website des IGC www.igc.int (Link in Box MARKET FUNDAMENTALS auf Startseite oder OUR EVENTS > Press Release) stellt neben dem Tabellenwerk eine kurze Analyse der jüngsten Entwicklung der Getreide- und Ölsaatenmärkte sowie der Exportpreise und einen Ausblick auf das weitere Wirtschaftsjahr zur Verfügung.

Die Veröffentlichung des nächsten Berichts ist am 25. Juni 2026 geplant.

Auf der Website des IGC (Link siehe unten) findet sich zudem Information über Exportpreise und globale Fundamentaldaten.
 
Getreide- und Ölsaatenindex des IGC auf Basis Jänner 2000 = 100.

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