Jänner-WASDE: Endlager-Prognosen angehoben - insbesondere Chinas Maislager wachsen

Globale Weizenendlager schmelzen neuerlich ab - Futtergetreide- und Maisbestand legt zu
Das US-Landwirtschaftsministerium USDA hebt im WASDE-Report vom Jänner im Vergleich zum Vormonat die Prognosen für die Endlager von Weizen, Futtergetreide und Sojabohnen an. Dank der binnen Monatsfrist um 11,84 Mio. t auf den Rekord von 288,84 Mio. t nach oben revidierten Maisernte Chinas und seiner Reserven um 9,84 Mio. t steigt der Bestandsaufbau vor allem beim Mais an. Lediglich an Weizen verbraucht die Welt 2023/24 mehr als sie erzeugt, womit die Lager auf knapp ein Drittel des Jahresbedarfs abschmelzen.
Aber auch beim Weizen setzt das USDA die Zahlen für Ernte, Anfangsbestände sowie auch Verbrauch und letztlich - vor allem auf das Konto der EU und der Ukraine - die der Endlager gegenüber Dezember hinauf. Im Vergleich zum Vorjahr aber fällt die Weizenproduktion der Welt 2023/24 mit 784,91 Mio. t um 4,26 Mio. t kleiner aus, steigt der Verbrauch um 5,51 Mio. t auf 796,44 Mio. t und gehen die Endbestände um 11,53 Mio. t auf 260,03 Mio. t oder 32,65% des Verbrauchs (ratio stock to use) zurück.

WASDE: USDA-Prognose zu weltweiten Versorgungsbilanzen - Jänner 2024

2021/22 2022/23
vorläufig
2023/24
Prognose
2023/24
zu Vormonat
23/24
zu 22/23
Weizen
Ernte 780,05 789,17 784,91 +1,90 -4,26
Angebot 1064,48 1062,49 1056,47 +3,61 -6,02
Verbrauch 791,16 790,93 796,44 +1,78 +5,51
Endbestand 273,32 271,56 260,03 +1,83 -11,53
Bestand
zu Vorjahr
-11,11 -1,76 -11,53 -0,12 +9,77
Ratio stock/use 34,55% 34,33% 32,65% +0,16% -1,68%
Mais
Ernte 1215,90 1155,63 1235,73 +13,66 +80,10
Angebot 1508,84 1466,15 1536,29 +14,12 +70,14
Verbrauch 1198,33 1165,59 1211,07 +4,12 +45,48
Endbestand 310,52 300,56 325,22 +10,00 +24,66
Bestand
zu Vorjahr
+17,58 -19,96 +24,66 +9,54 +4,70
Ratio stock/use 25,91% 25,79% 26,85% +0,73% +1,06%
Getreide gesamt
Ernte 2793,89 2748,16 2812,30 +9,24 +64,14
Angebot 3589,15 3542,51 3589,92 +12,78 +47,41
Verbrauch 2794,79 2764,90 2810,97 +1,34 +46,07
Endbestand 794,36 777,62 778,95 +11,44 +1,33
Bestand
zu Vorjahr
-0,90 -16,74 +1,33 -5,24 -15,41
Ratio stock/use 28,42% 28,12% 27,71% +0,39% -0,41%
Sojabohnen
Ernte 360,41 375,40 398,98 +0,10 +23,58
Angebot 460,67 473,43 500,85 +0,05 +27,42
Verbrauch 363,94 364,73 383,66 -0,30 +18,93
Endbestand 98,03 101,87 114,60 +0,39 +12,73
Bestand
zu Vorjahr
-2,23 +3,57 +12,73 +0,44 +9,16
Quelle: WASDE-Bericht des USDA, 12. Jänner 2024, eigene Berechnungen, Angaben in Mio. t. Monatsvergleiche zum Report vom 8. Dezember 2023. Anmerkungen: Getreide enthält Weizen, alle Futtergetreide inklusive Mais und Reis. Die Daten von Sojabohnen basieren auf den lokalen Wirtschaftsjahren mit Ausnahme von Argentinien und Brasilien, deren Wirtschaftsjahre auf den Zeitraum Oktober bis September abgestellt werden. Daher können die Daten des globalen Angebots und Verbrauchs sowie von Export und Import nicht korrelieren. Nächster WASDE-Bericht: 8. Februar 2024.

Futterweizenexport der Ukraine in die EU angehoben

So weist die Ukraine als Resultat eines geringeren als bisher angenommenen Eigenverbrauchs um 2,2 Mio. t größere Anfangsbestände von Weizen im Ausmaß von 3,50 Mio. t auf und steigt ihre Ernteprognose gegenüber dem Vorbericht um 0,90 Mio. t auf 23,40 Mio. t. Damit soll die Ukraine um1,50 Mio. t mehr Weizen, nämlich nun mehr 14,00 Mio. t - wenngleich auch weniger als 2022/23 mit 17,12 Mio. t - exportieren können. Ein Gutteil dieses Mehrs an Weizenausfuhren der Ukraine soll laut USDA in den Futtertrögen der EU landen. In die EU-Weizenbilanz schlägt sich dies nieder, indem ihre Einfuhren um 2,50 Mio. t auf 11,00 Mio. t (2022/23: 12,10 Mio.t) und der Verbrauch um 1,00 Mio. t auf 110,00 Mio. t hinaufgesetzt werden, wohingegen die Exportschätzung um 1,00 Mio. t auf 36,50 Mio. t sinkt. Somit belieben der EU 2023/24 gegenüber der letzten Prognose um 2,50 Mio. t größere Weizenendlager im Ausmaß von 15,32 Mio. t über. Dies sind aber lediglich schwache Reserven von 10,46 ihres Verbrauchs (Eigenbedarf und Export) und ein Lagerabbau zum Vorjahr um 1,20 Mio. t.

USDA setzt Russlands Weizenexport und Indiens Konsum hinauf

Korrekturen nach oben nimmt der WASDE außerdem an den Weizenendlagern der Ukraine (von 2,58 auf 4,38 Mio. t), an der Ernte (von 90,00 auf 91,00 Mio. t) und am Export Russlands (von 50,000 auf 51,00 Mio. t) sowie am Verbrauch Indiens (von 108,65 auf 109,90 Mio. t) vor. Im Vergleich zum Dezember nach unten geht es jeweils eine Spur mit den Weizenendbeständen der USA auf 17,62 Mio. t (+2,12 Mio. t zum Vorjahr) oder 32,56% Ratio stock to use und Chinas auf 133,51 Mio. t (-5,31 Mio. t zum Vorjahr) mit 86,47% Endlageranteil am Verbrauch.

Deutlich nach oben revidierte Ernte Chinas und US-Bestandaufbau befüllen Maislager

Deutlich setzt das USDA gegenüber dem Vormonat die globale Endlagerprognose für Mais (+10,00 Mio. t auf 325,22 Mio. t beziehungsweise 27,71% des Verbrauchs hinauf. Vor allem die Maisernte wird dabei um 13,66 Mio. t (1.235 Mio. t, +80,10 Mio. t) angehoben, weil China seine Maisproduktion um 11,84 Mio. t auf den Rekord von 288,84 Mio. t revidiert hat. Damit kommt es 2023/24 zu einem globalen Aufbau der Maisbestände um 24,66 Mio. t mit Zunahmen vor allem in den USA (+20,36 Mio. t) und China (+5,82 Mio. t). Im Reich der Mitte lagern mit 211,86 Mio. t Mais 69,23% des aktuellen Jahresbedarfs an Reserven.

EU-Maiseinfuhren wegen verringerter Verbrauchsprognose gesenkt

Für die Ukraine setzt der WASDE die Ernte unverändert mit 30,50 Mio. t (2022/23: 27,00 Mio. t) und den Export mit 21,00 Mio. t (2022/23: 27,12 Mio. t) an. Im selben Ausmaß von 1,00 Mio. t wie ihren Verbrauch (79,20 Mio. t) senkt der Report die Maiseinfuhren der EU auf nunmehr 23,50 Mio. t bei unverändert 60,10 Mio. t Ernte. In der weltweiten Bilanz sinkt insbesondere die Maisernte des größten Exporteurs, Brasilien, um 2,00 Mio. t auf 127,00 Mio. t, was den Export gegenüber dem Vormonatsreport um 1,00 Mio. t auf 54,00 Mio. t einschränkt.

Bestandsaufbau bei Sojabohnen trotz kleinerer Ernte Brasiliens

Die Welt wird laut dem WASDE 2023/24 auch deutlich mehr Sojabohnen produzieren als vor einem Jahr (398,98 Mio. t, +23,58 Mio. t), wobei der Verbrauchszuwachs nicht Schritt hält (383,66 Mio. t, +18,93 Mio. t) und es zu einem Bestandaufbau um 12,73 Mio. t auf 114,60 Mio. t kommt. Das sind um 0,39 Mio. t mehr an Endlagern als vor einem Monat. Weil auch Brasiliens Sojaernte um 4,00 Mio. t auf 157,00 Mio. t nach unten korrigiert wurde, sinkt da auch die Endlagerprognose, wobei der Export unverändert bei 99,50 Mio. t bleibt. Dementgegen hebt das USDA die Ernten und Endbestände weiterer wichtiger Exporteure wie der USDA und Argentiniens an.

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