MARS-Bulletin Mai 2026: Trotz Dürre-Stress im April noch annehmbare Aussichten
Erträge nur minimal reduziert - Hoffnung auf mehr Mai-Regen und Entspannung in Zentraleuropa
Der Wissenschaftliche Dienst der Europäischen Kommission (JRC, Joint Research Center) zeigt sich mit nur minimalen Kürzungen seiner Ertragsprognosen im MARS-Bulletin (Monitoring Agricultural Ressources) vom Mai noch optimistisch für eine nahe am Durchschnitt liegende, jedoch hinter die 2025er-Werte zurückfallende Ernte 2026 in Europa. Die Aussichten blieben trotz Dürre-Stress im April noch halbwegs annehmbar. In der Folge setzt man auf das Prinzip Hoffnung für etliche Gebiete mit Niederschlagsdefizit.
Demnach entwickelten sich die Winterungen quer durch Europa im Großen und Ganzen gut. Der Frühjahrsanbau gehe vielerorts in die Zielgerade, aber kühles und nasses Wetter habe die Kampagne und den Aufgang der Saaten in Südosteuropa und der Türkei verzögert. Spätfröste hätten in Zentral- und Osteuropa lokal dem Raps zugesetzt, wohingegen der Osten Deutschlands überdurchschnittlich viel Niederschlag abbekommen habe. Regendefizit in Zentral- Ost und Nordeuropa während des Aprils habe den Biomasseaufbau verlangsamt. In einer detaillierten Prognose für den Maghreb hätten speziell in Marokko und Algerien anhaltender Regen und ausgiebige Wasserreserven ungewöhnlich gute Aufwuchsbedingungen und Ertragserwartungen unterstützt.
Prinzip Hoffnung für Trockengebiete in Zentral-, Ost- und Südosteuropa
Für die Trockengebiete Zentral-, Ost- und Südosteuropas mache eine vom 14. bis zum 23. Mai reichende Wetterprognose Hoffnung auf eine Entspannung durch kühlere und feuchte Bedingungen mit 30-90 mm Niederschlag beziehungsweise bis zu sechs Regentage mit mehr als 5 mm Wasser. Für das in diesem Gebiet liegende Österreich nimmt das Bulletin die Schätzung der Hektarerträge gegenüber April für Raps und Triticale um 3%, Roggen um 2% sowie für Sommer- und Wintergerste um 1% zurück auf Werte spürbar unter Vorjahresniveau. Die Prognosen für Weichweizen und Mais bleiben unverändert bei 1% über dem Fünfjahres-Mittel, jedoch auch unter den Vorjahresergebnissen.
EU: Erträge nur minimal gekürzt - mit Ausnahme Mais unter Vorjahr und leicht über Schnitt
MARS erwartet in der Prognose für die EU 2026 beim gesamten Getreide
einen Hektarertrag von 5,60 t - das sind 10 kg weniger als vor Monatsfrist und 2% mehr als der fünfjährige Durchschnitt. An Weizen insgesamt sollen es 5,80 t/ha (-1% gegenüber April) werden - 5% weniger als im Vorjahr und 1% mehr als im Durschnitt der vergangenen fünf Jahre - und davon an Weichweizen 6,01 t/ha (-1% gegenüber April) und ebenso 5% weniger und 2% über den Vergleichswerten. Für Durum werden wie im Vormonat 3,65 t/ha - 2% weniger als im Vorjahr und um 5% mehr als im Fünfjährigen Schnitt genannt. An Gerste prognostiziert das Bulletin mit 5,06 t/ha (-2% zum Vormonat) ein Minus von 9% zum Vorjahr sowie den Durchschnittsertrag der vergangenen fünf Jahre.
Dabei sollen es mit 4,70 t/ha Sommergerste (-1% zum Vormonat) 9% weniger als im Vorjahr und um 3% mehr als im Fünfjahres-Mittel sowie an Wintergerste 5,13 t/ha (-2% gegenüber April) und 8% weniger als im Vorjahr und 1% unter dem Durchschnitt werden. Der geschätzte Roggenertrag von 4,33 t/ha bleibt auf Vormonatsniveau und liegt 7% unter Vorjahresniveau sowie 1% über dem mehrjährigen Schnitt, der von Triticale mit 4,43 t/ha fällt zum Vormonat um 1%, zum Vorjahr um 6% und kommt auf Durchschnittsniveau zu liegen. Körnermais wird wie im Vormonat ein Ertrag von 7,30 t/ha - 2% mehr als 2025 und 3% mehr als das Fünfjahres-Mittel - vorausgesagt.
Raps (-2% gegenüber April) soll mit 3,19 t/ha 5% weniger Ertrag als im Vorjahr und am Schnitt der vergangenen fünf Jahre einbringen. Um 1% im Monatsabstand haben sich die Aussichten für Sonnenblumen auf 1,96 t/ha verbessert. Das sind 5% mehr als im Vorjahr, aber um 1% weniger als der Durchschnitt. Gleich blieben die für Sojabohnen mit 2,74 t/ha, das sind 2% weniger als voriges Jahr und 3% über dem Durchschnitt.
einen Hektarertrag von 5,60 t - das sind 10 kg weniger als vor Monatsfrist und 2% mehr als der fünfjährige Durchschnitt. An Weizen insgesamt sollen es 5,80 t/ha (-1% gegenüber April) werden - 5% weniger als im Vorjahr und 1% mehr als im Durschnitt der vergangenen fünf Jahre - und davon an Weichweizen 6,01 t/ha (-1% gegenüber April) und ebenso 5% weniger und 2% über den Vergleichswerten. Für Durum werden wie im Vormonat 3,65 t/ha - 2% weniger als im Vorjahr und um 5% mehr als im Fünfjährigen Schnitt genannt. An Gerste prognostiziert das Bulletin mit 5,06 t/ha (-2% zum Vormonat) ein Minus von 9% zum Vorjahr sowie den Durchschnittsertrag der vergangenen fünf Jahre.
Dabei sollen es mit 4,70 t/ha Sommergerste (-1% zum Vormonat) 9% weniger als im Vorjahr und um 3% mehr als im Fünfjahres-Mittel sowie an Wintergerste 5,13 t/ha (-2% gegenüber April) und 8% weniger als im Vorjahr und 1% unter dem Durchschnitt werden. Der geschätzte Roggenertrag von 4,33 t/ha bleibt auf Vormonatsniveau und liegt 7% unter Vorjahresniveau sowie 1% über dem mehrjährigen Schnitt, der von Triticale mit 4,43 t/ha fällt zum Vormonat um 1%, zum Vorjahr um 6% und kommt auf Durchschnittsniveau zu liegen. Körnermais wird wie im Vormonat ein Ertrag von 7,30 t/ha - 2% mehr als 2025 und 3% mehr als das Fünfjahres-Mittel - vorausgesagt.
Raps (-2% gegenüber April) soll mit 3,19 t/ha 5% weniger Ertrag als im Vorjahr und am Schnitt der vergangenen fünf Jahre einbringen. Um 1% im Monatsabstand haben sich die Aussichten für Sonnenblumen auf 1,96 t/ha verbessert. Das sind 5% mehr als im Vorjahr, aber um 1% weniger als der Durchschnitt. Gleich blieben die für Sojabohnen mit 2,74 t/ha, das sind 2% weniger als voriges Jahr und 3% über dem Durchschnitt.
Ertragskürzungen in Österreich vorsichtig - vor allen weniger Raps, Triticale, Roggen und Gerste
Kürzungen an den Ertragsprognosen für Österreich nimmt MARS mit jeweils minus 3% gegenüber April vor allem an Raps (3,20 t/ha,-2% zum Vorjahr und +2% zum Mittel) und Triticale (5,61 t/ha,-10% zum Vorjahr und +1% zum Mittel) vor. Es folgen mit 2% Monatsminus Roggen (4,74 t/ha,-10% zum Vorjahr und +2% zum Mittel) und 1% Gerste (6,15 t/ha,-9% zum Vorjahr und am Mittel). Sowohl Winter- als auch Sommergerste werden im Ertrag gegenüber April um 1% herabgestuft - Wintergerste mit 6,49 t/ha (-8% zum Vorjahr und -1% zum Mittel) und Sommergerste mit 4,70 t/ha (-9% zum Vorjahr und +2% zum Mittel). Der heimische Körnermais wird wie im Vormonat auf 10,5 t/ha (-6% zum Vorjahr und +1% zum Mittel) geschätzt. Gleich viel wie im April prognostiziert MARS mit 2,63 t/h an Sonnenblumen (-11% zum Vorjahr und -2% zum Mittel) und an Sojabohnen mit 2,74 t/ha (-6% zum Vorjahr und +2% zum Mittel).
Österreich gehört zur Gruppe jener Länder Zentraleuropas mit Sorgenpotenzial, wo seit März unterdurchschnittliche Niederschläge die Bodenfeuchtigkeit reduziert und die Befürchtung von Trockenstress befeuert hätten. Jüngster Regenfall habe teilweise Erleichterung gebracht, noch mehr sei angesagt, aber die Entwicklung der Bestände müsse weiterhin beobachtet werden.
Österreich gehört zur Gruppe jener Länder Zentraleuropas mit Sorgenpotenzial, wo seit März unterdurchschnittliche Niederschläge die Bodenfeuchtigkeit reduziert und die Befürchtung von Trockenstress befeuert hätten. Jüngster Regenfall habe teilweise Erleichterung gebracht, noch mehr sei angesagt, aber die Entwicklung der Bestände müsse weiterhin beobachtet werden.
Extreme Ertragszuwächse für Marokko und Algerien - Türkei etwas über Fünfjahres-Mittel
Sonnig optimistische Ertragsprognosen mit extremen Zuwächsen im Jahresvergleich erstellt MARS für den Maghreb, vor allem die westlichen Länder Marokko und Algerien. Beispielsweise sollen in Marokko die Hektarerträge an Weizen das Vorjahr um 39%, die von Weichweizen um 40%, Durum um 36% sowie an Gerste um 57% übertreffen. Für Algerien lauten die Prognosen 23% mehr Weizen gesamt sowie Weichweizen, 22% mehr Durum und 36% mehr Gerste. Für Tunesien werden Ergebnisse für Weizen und Durum auf Vorjahreshöhe, Weichweizen 3% darunter und Gerste 4% darüber vorhergesagt.
Für die Türkei nennt das Bulletin keine Vergleichswerte aus 2025. Die Ertragserwartungen liegen jedoch gegenüber dem Fünfjahres-Mittel bei Weizen um 8%, Weichweizen um 9%, Durum um 4%, Gerste um 8% sowie Mais um 3% darüber.
Für die Türkei nennt das Bulletin keine Vergleichswerte aus 2025. Die Ertragserwartungen liegen jedoch gegenüber dem Fünfjahres-Mittel bei Weizen um 8%, Weichweizen um 9%, Durum um 4%, Gerste um 8% sowie Mais um 3% darüber.
Ukraine: Westen zu trocken - Osten und Süden besser dran - Orientierung an langjährigem Trend
Der Ukraine schließlich MARS prognostiziert MARS um 3% bessere Weizenerträge als 2025 und um 2% mehr als im Fünfjahres-Schnitt, davon Weichweizen 3% beziehungsweise 2% mehr sowie 1% mehr Gerste als im Vorjahr auf dem Durschnitt der fünf Jahre. An Mais wird 4% Mehrertrag gegenüber 2025 und um 2% mehr als im Schnitt erwartet sowie an Sojabohnen 13% respektive 11%. Die Trockenheit im Land variiere regional mit zuletzt mehr Niederschlag im Süden sowie Osten. Ebenso variierten die Bedingungen für die Winterungen. Die Auswirkungen auf die gerade beginnende Blütephase könnten erst im Juni genauer analysiert werden. Der Frühjahrsanabau sei nahezu abgeschlossen, wobei die Trockenheit im Westen den Ausgang lokal verzögert habe. Mit den Ertragsprognosen halte man sich zu diesem Zeitpunkt an die langjährigen Trends und die fünfjährigen Durchschnittswerte.