MARS-Bulletin September 2026: Regen kam für die Sommerungen in der EU zu spät

Frankreich und Ungarn besonders arg von Hitze und Dürre heimgesucht - Österreichs Erträge weiter gesenkt
Laut MARS-Bulletin (Monitoring Agricultural Ressources) des Wissenschaftlichen Dienstes der Europäischen Kommission (JRC, Joint Research Center) vom September kam Regen für die Sommerungen in der EU zu spät. Erträge werden nach wie vor deutlich unter dem fünfjährigen Durchschnitt erwartet und zum Vormonat neuerlich gesenkt - etwa um 2% für Körnermais und Sojabohnen. Lediglich die Schätzung für Sonnenblumen - konkret in Rumänien, Bulgarien und Polen - steigt gegenüber August EU-weit um 2%, sinkt aber in Österreich um 12%. Auch die Erträge im Grünland bleiben deutlich unterdurchschnittlich.
Ab Mitte August einsetzende Niederschläge hätten zumindest die Aussaat von Winterungen erleichtert, in Österreich, Tschechien und der Slowakei habe der trockene August jedoch den Aufgang von Raps beeinträchtigt. Weitere Aussicht auf trockenes Wetter in Zentral- und Südosteuropa könnte hier auch noch die weitere Entwicklung von Winterkulturen hemmen. Als besonders schlimm hebt das Bulletin exemplarisch die Lage in Frankreich mit rekordverdächtig schwachen Sommerkultur-Erträgen und in Ungarn mit dem heißesten August aller Zeiten hervor. Halbwegs gute Erträge mit Ausnahme des zu trockenen westlichen Landesteils schätzt das JRC in einem eigens zuvor veröffentlichten Länderbericht (Siehe Download unten) für die Ukraine. Weizen, Wintergerste, Mais, Sonnenblumen und Raps erreichen dabei überdurchschnittliche, auch über Vorjahresniveau liegende Hektarerträge und Erntemengen.

Weitere deutliche Kürzungen von Maiserträgen auch in Österreich

Konkret senkt MARS den EU-weiten Hektarertrag von Körnermais gegenüber August um 2% und auf 9% unter Vorjahresniveau; er liegt nun mit 6,50 t/ha um 8% unter dem fünfjährigen Durchschnitt. In Ungarn sinkt die Maisprognose zum Vormonat um 13% auf 3,36 t/ha - 36% weniger als im Vorjahr und um 42% unter dem fünfjährigen Mittel. Frankreichs Maisertrag korrigiert das Bulletin im Monatsabstand um 1% nach unten, er erreicht nun 6,45 t/ha, das sind 25% unter Vorjahreswert und 29% unter den letzten fünf Jahren. Im näheren Umfeld nehmen die EU-Agrarmeteorologen die Prognosen für die Slowakei um weitere 15%, für Tschechien um 10% und Deutschland um 7% zurück. Lediglich Polens Ertragsaussicht beim Mais hellt sich gegenüber August um 1% auf 7,30 t/ha auf, bleibt aber auch 7% unter dem Vorjahr und 2% unter dem Fünfjahres-Schnitt.
 
In Österreich werden nun mit 7,94 t/ha um 10% weniger Körnermais als im August geschätzt. Dies liegt um 29% unter dem Vorjahresergebnis und um 24% unter dem fünfjährigen Mittel.

EU-weit etwas mehr Sonnenblumen erwartet - in Österreich aber neuerlich weniger

Zwar sieht MARS die EU-weiten Sonnenblumenerträge mit 1,96 t/ha um 2% optimistischer als vor einem Monat und sie übertreffen das Vorjahr um 5%, bleiben aber 1% unter dem mehrjährigen Mittel. Dazu tragen die Anhebungen der Prognosen für Bulgarien um 5% (2,39 t/ha, +44% zum Vorjahr, +19% zum Fünfjahres-Mittel), für Rumänien um 9% (2,20 t/ha, +29% zum Vorjahr, +20% zum Fünfjahres-Mittel) und Polen um 4% (2,46 t/ha, -6% zum Vorjahr, +1% zum Fünfjahres-Mittel) bei.
 
Österreichs Sonnenblumen-Prognose verschlechtert sich dementgegen um weitere 12% (2,04 t/ha, -31% zum Vorjahr, -24% zum Fünfjahres-Mittel).

Sojabohnen: Erträge in EU leicht und in Österreich deutlich gesenkt

Mit einem Ausreißer nach oben in Rumänien (2,34 t/ha, +8% zum August, +16% zum Vorjahr, +11% zum Fünfjahres-Mittel) sinkt die Prognose für die EU-weiten Sojabohnenerträge um 2% auf 2,26 t/ha (-19% zum Vorjahr, -15% zum Fünfjahres-Mittel). Österreichs Ertrag an Sonnenblumenkernen senkt das JRC überproportional stark um 15% auf 2,19 t/ha (-31% zum Vorjahr, -25% zum Fünfjahres-Mittel).

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