2. MARS-Bulletin März 2026: Bestände in der EU gut aus dem "Winterschlaf" gekommen

Probleme regional begrenzt -Österreich etwas über EU-Trend - weiterer Regen entscheidend
Laut Wissenschaftlichem Dienst der Europäischen Kommission (JRC, Joint Research Center) im zweiten MARS-Bulletin (Monitoring Agricultural Ressources) des Jahres 2026 von Ende März seien die Bestände in Europa bei guten Bedingungen - unterstützt von passender Bodenfeuchtigkeit und von milden spätwinterlichen Temperaturen - aus ihrem "Winterschlaf" gekommen. Lokal seien Auswirkungen von Frost und Staunässe möglich, im Nordosten bahnten sich Niederschlagsdefizite an. In ersten zahlenmäßig festgemachten Schätzungen von Flächenerträgen sollen die Werte von 2025 zwar nicht erreicht werden, aber der Schnitt der vergangenen fünf Jahre etwas übertroffen werden. Die Schätzungen beruhen weitgehend auf historischen Erfahrungswerten.
Demnach beziffert MARS das Ertragspotenzial vom gesamten Getreide (ohne Mais) in der EU mit 5,48 t/ha 6% unter Vorjahr und 2% über dem Durschnitt der vergangenen fünf Jahre, das von Weizen (5,76 t/ha), Weichweizen (5,98 t/ha) und Triticale (4,51 t/ha) 5% unter Vorjahresniveau sowie um 2% über dem fünfjährigen Mittel. Der Durumertrag (3,64 t/ha) wird 2% schwächer als 2025 und 4% über dem Mittel erwartet, der von Wintergerste (5,13 t/ha) 10% unter Vorjahr und am Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre sowie der von Roggen (4,36 t/ha) um 6% schwächer als zuletzt und 3% über dem mehrjährigen Schnitt. An Raps (3,22 t/ha) schätzt das Bulletin pro Hektar um 3% weniger als im Vorjahr und um 1% mehr als im Fünfjahres-Durchschnitt.

Probleme regional begrenzt - Maghreb kann überdurchschnittliche Erträge erhoffen

Lokale Probleme von Auswinterungen orten die Wissenschafter in Teilen Polens, der Ukraine und des Baltikums, Südwest- und Teile Osteuropas hätten im Februar exzessive Regenfälle mit Staunässe erhalten. In Ostdeutschland, Polen und dem Baltikum sei es hingegen zu trocken geblieben. In Ungarn und Rumänien seien die Bestände gut aus dem Winter gekommen.
 
Im Schwarzmeer-Raum finde die Türkei nach Winterregen eine gute Ausgangslage vor, in der Ukraine habe ein kalter Winter ungewisse Folgen für die Winterungen. MARS prognostiziert der Ukraine um 6% bessere Weizenerträge als 2025 und um 4% mehr als im Fünfjahres-Schnitt, davon Weichweizen 6% beziehungsweise 4% mehr sowie 1% mehr Gerste als im Vorjahr und 3% über dem Schnitt.
 
Für den Maghreb bestätige die Satellitenbeobachtung sehr gute Aufwuchsbedingungen, nennt aber noch keine Jahresvergleiche für die drei Länder Marokko, Algerien und Tunesien sondern nur Ertragsaussichten deutlich - teilweise im zweistelligen Prozentbereich bis zu einem Drittel - über dem Durchschnitt des letzten halben Jahrzehnts.

Österreich etwas über EU-Trend - weitere Niederschlagstätigkeit entscheidend

In Österreich hätten die Bestände eine gute Winterhärte entwickelt und während der Frostperioden im Jänner von einer Schneedecke geschützt worden. Lediglich einige empfindliche Kulturen wie Raps hätten lokal gelitten. Regenfälle hätten sich seit Ende Februar rar gemacht und seien in der Folge Schlüsselfaktor für das weitere Fortkommen. Andererseits habe sich dadurch im März in Fenster für die Aussaat der Sommerungen aufgetan.
 
Als Ertragsschätzungen werden hierzulande 5,90 t/ha Weizen (-5% zu Vorjahr und +1% zum Mittel), 5,96 t/ha Weichweizen (-5% zu Vorjahr und +1% zum Mittel), 5,30 t/ha Durum (-9% zu Vorjahr und -1% zum Mittel), 6,58 t/ha Wintergerste (-6% zu Vorjahr und +1% zum Mittel), 4,84 t/ha Roggen (-8% zu Vorjahr und +5% zum Mittel), 5,76 t/ha Triticale (-7% zu Vorjahr und +4% zum Mittel) sowie 3,29 t/ha Raps (+1% zu Vorjahr und +15% zum Mittel) genannt.

Download