Coceral-Ernteprognose März 2026: Etwas mehr als im Dezember und weniger als 2025
EU und UK: Weizenproduktion 4,1% unter Vorjahr - 6,8% weniger Gerste und 2,4% mehr Mais
Coceral nimmt an der nach dem Dezember 2025 zweiten Ernteprognose 2026 vom 17. März für die EU und im Vereinigten Königreich keine aufregenden Revisionen vor. Mit Ausnahme von Mais, Sonnenblumen und Sojabohnen bleiben die Schätzungen trotz bisher guter Bedingungen für die Bestandsentwicklung unter den Ergebnissen von 2025.
Der Verband des EU-Getreidehandels, Coceral, hebt in seiner März-Prognose für die Ernten 2026 in der EU-27 und im Vereinigten Königreich (UK) gegenüber Dezember die gesamte Getreideproduktion um 2,1 Mio. t auf 298,8 Mio. t an, sie bleibt aber um 10,7 Mio. t oder 3,8% unter den 310,5 Mio.t von 2025. An Weizen (ohne Durum) erwartet der Verband 142,6 Mio.t, 1,3 Mio. t weniger als im Dezember oder 6,1 Mio. t beziehungsweise 4,1% weniger als im Vorjahr. Die Gerstenprognose steigt zur letzten Schätzung zwar um 1,1 Mio. t auf 59,3 Mio. t, bleibt aber 4,3 Mio. t respektive 6,8% unter 2025. Auf eine Erholung gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Mio. t oder 2,4% sowie um 1,8 Mio. t im Vergleich zum Dezember setzt die Prognose beim Mais, obwohl die Anbaufläche um 3,6% kleiner sein soll. Die Rapserzeugung wird mit 21,1 Mio. t um 0,7 Mio. t niedriger als zuletzt und um 0,3 Mio.t oder 1,4% unter dem Vorjahr geschätzt.
Auch etliche Produktionsmengen aus Ernten 2025 gegenüber Dezember angehoben
Der trotz Anhebung der Ernteschätzung 2026 gegenüber Dezember prozentuell ebenfalls hinaufgesetzte Rückgang der Ernte allen Getreides im Jahresabstand rührt daher, dass Coceral gegenüber seiner ersten Prognose die Produktion 2025 um 3,9 Mio.t angehoben hat. Die zweite Prognose setzt auch die Ernten von Weichweizen um 1,2 Mio. t (1,1 Mio. t für EU-27) und von Gerste um 0,4 Mio. t hinauf sowie die von Mais um 2,1 Mio. t.rührt daher
Österreich: 2026 durch die Bank bei allen Kulturen kleinere Ernten als 2025
Mit einem etwas über europäischem Trend liegenden Rückgang nimmt der Getreidehandel die österreichische Weichweizenernte mit 1,51 Mio. t um 90.000 t oder 5,8% kleiner als voriges Jahr an. An Durum sollen es mit 122.000 t um 24.000 t oder 16,4% weniger und an Gerste mit 708.000 t um 100.000 t oder 12,4% weniger werden, wobei die Sommergerste nur 11.000 t oder 8,7% auf 115.000 t verliert. Die heimische Roggenernte dürfte mit 124.000 t um 28.000 t oder 12,7% sowie die von Mais mit 2,41 Mio. t um 200.000 t oder 0,8% unter dem Vorjahresergebnis ausfallen. Rückläufig werden in Österreich auch die Ölsaatenmengen geschätzt: nämlich Raps auf 56.000 t (minus 8.000 t bzw. 12,5%), Sonnenblumen auf 75.000 t (minus 3.000 t bzw. 3,8%) und Sojabohnen auf 249.000 t (minus 22.000 t oder 8,1%).
Ertragserwartungen in Europa: Weizen und Raps unter gutem Vorjahr - die von Mais von Dürre erholt
Coceral sieht trotz europaweit bisher guter Bodenfeuchtigkeit einen Rückgang der Weichweizenerträge vom Ausnahmeniveau des Vorjahres. In Südeuropa habe die entscheidende Entwicklungsphase der Bestände bei exzellenter Wasserversorgung und vielversprechenden Ertragsaussichten schon begonnen, anderswo in Europa setze diese erst im Mai ein. Die Maiserzeugung solle sich zwar von der Beeinträchtigung durch Dürre im Vorjahr erholen, aber nur begrenzt, da viele Landwirte den Maisanbau zugunsten anderer Sommerungen wie Sonnenblumen und Sojabohnen einschränken würden. In der Rapsproduktion würde gegenüber 2025 ein Rückgang der Flächenerträge auf durchschnittliche Werte von einer spürbaren Ausdehnung der Anbauflächen von 6,4 auf 6,6 Mio. ha nicht ganz aufgewogen.
Prognose für EU-27 2026: 6,3% weniger Weichweizen - 2,0% mehr Mais - 2,1% weniger Raps
Die zweite Ernteprognose 2026 des Getreidehandelsverbandes für die EU-27 alleine beläuft sich für alles Getreide auf 277,4 Mio. t und einen Rückgang um 14,6 Mio. t oder 5,0% gegenüber 2025. Dabei soll die Weichweizenernte um 8,7 Mio. t oder 6,3% auf 128,8 Mio. t abnehmen und die von Durum um 0,7 Mio. t oder 8,0% auf 8,0 Mio. t. Die Gerstenproduktion soll mit 53,0 Mio. t zwar um 1,8 Mio. t oder 3,5% zulegen, die von Sommergerste dabei aber um 2,4 Mio. t oder 9,8% hinter 2025 zurückfallen. Ein leichtes Plus bei gerundet 7,5 Mio. t schätzt man an Roggen. Und um 0,8 Mio.t oder 2,0% könnte sich die Maiserzeugung auf 60,4 Mio. t erholen.
Die gesamte Ölsaatenerzeugung der EU-27 könne auf einen Zuwachs im Jahresabstand um 0,6 Mio. t auf 32,7 Mio. t hoffen, wobei dies den Sonnenblumen mit einem Plus von 0,6 Mio.t auf 9,5 Mio. t und den Sojabohnen mit gut 0,1 Mio. t mehr auf 3,1 Mio. t zu verdanken ist. Die Rapsernte hingegen wird um gut 0,4 Mio. t beziehungsweise 2,1% kleiner auf 20,1 Mio.t geschätzt.
Die gesamte Ölsaatenerzeugung der EU-27 könne auf einen Zuwachs im Jahresabstand um 0,6 Mio. t auf 32,7 Mio. t hoffen, wobei dies den Sonnenblumen mit einem Plus von 0,6 Mio.t auf 9,5 Mio. t und den Sojabohnen mit gut 0,1 Mio. t mehr auf 3,1 Mio. t zu verdanken ist. Die Rapsernte hingegen wird um gut 0,4 Mio. t beziehungsweise 2,1% kleiner auf 20,1 Mio.t geschätzt.