MARS-Bulletin August 2026: Hitze und Dürre drücken Erträge von Sommerungen und Grünland
Österreich: Ein Fünftel weniger Mais, Sonnenblumen und Sojabohnen als 2025 - auch Sommerernte scharf korrigiert
Der Wissenschaftliche Dienst der Europäischen Kommission (JRC, Joint Research Center) senkt im MARS-Bulletin (Monitoring Agricultural Ressources) vom August wegen dem anhaltend heißen und trockenen Wetter neuerlich die Ertragsprognosen insbesondere für die Sommerungen in der EU und auch in Österreich. Vielerorts werden Hektarerträge deutlich unter dem mehrjährigen Durchschnitt befürchtet, Rumänien, Bulgarien sowie die Ukraine blicken hingegen überdurchschnittlichen entgegen. Fortschreitende Schädigungen des Grünlandes lassen zusätzliche Sorge um die Futterbasis aufkommen.
Anhaltende Hitze und ein außergewöhnliches Wasserdefizit haben die Aussichten für die Sommerungen in weiten Teilen der EU von West- bis Zentraleuropa - bis hin zu Ernteausfällen in besonders betroffenen Gegenden - substanziell verschlechtert. Obwohl Teile von Nord- und Osteuropa bessere Bedingungen vorfinden, werden alle Ertragsprognosen für Sommerungen scharf und bis zu 14% unter den fünfjährigen Durchschnitt (siehe unten Download "MARS-08-26.pdf") gekürzt. Regional brechen sie noch stärker ein: beim Mais in Ungarn etwa 34% unter das mehrjährige Mittel, in Frankreich 28% darunter, in der Slowakei 18% oder in Österreich und Italien 15%.
Die Sommerernte ist weitgehend eingebracht, wobei sich die Aussicht auf Erträge nahe dem Mittel der letzten fünf Jahre bestätigt hätten. Die Erwartung von kühlerem und feuchteren Wetter in West- und Mitteleuropa könne bestenfalls ein wenig Erleichterung bringen, komme aber für einen Ausgleich der bereits entstandenen Ausfälle zu spät. In Österreich sacken die Hektarerträge von Mais 21% unter das Vorjahresniveau (-12% zum Juli und -15% zum Fünfjahres-Mittel), die von Sonnenblumen um 22% (-10% zum Juli und -13% zum Fünfjahres-Mittel) und die von Sojabohnen um 19% (-11% zum Juli und -12% zum Fünfjahres-Mittel).
Die Sommerernte ist weitgehend eingebracht, wobei sich die Aussicht auf Erträge nahe dem Mittel der letzten fünf Jahre bestätigt hätten. Die Erwartung von kühlerem und feuchteren Wetter in West- und Mitteleuropa könne bestenfalls ein wenig Erleichterung bringen, komme aber für einen Ausgleich der bereits entstandenen Ausfälle zu spät. In Österreich sacken die Hektarerträge von Mais 21% unter das Vorjahresniveau (-12% zum Juli und -15% zum Fünfjahres-Mittel), die von Sonnenblumen um 22% (-10% zum Juli und -13% zum Fünfjahres-Mittel) und die von Sojabohnen um 19% (-11% zum Juli und -12% zum Fünfjahres-Mittel).
MARS kürzt EU-Ertragsprognosen für Herbsternte - Prognosen für Sommerernte weitgehend bestätigt
Die EU-weite Ertragsprognose für Körnermais geht binnen Monatsfrist nunmehr um 5% auf 6,61 t/ha zurück, was 7% unter dem Vorjahr und dem fünfjährigen Mittel ist, die für Sonnenblumen um 1% auf 1,92t/ha (+3% zum Vorjahr, -3% zum Fünfjahres-Mittel) sowie die für Sojabohnen um 12% auf 2,31 t/ha (+-17% zum Vorjahr, -14% zum Fünfjahres-Mittel).
MARS belässt jedoch die Prognose für die Hektarerträge 2026 in der EU beim gesamten Getreide gegenüber dem Vormonat beinahe unverändert (-20kg/ha) bei 5,38 t/ha, was 2% weniger als das fünfjährige Mittel sind. Gleich wie im Juli und im Durchschnitt bleiben die Erträge von Weizen, Weichweizen und Gerste. Dabei hebt das JRC die Werte von Durum leicht an und senkt die von Sommergerste, wobei beide leicht überdurchschnittlich sind. Die Hektarerträge von Roggen und Raps werden ebenfalls gekürzt - diese jedoch auf unterdurchschnittliche Mengen.
MARS belässt jedoch die Prognose für die Hektarerträge 2026 in der EU beim gesamten Getreide gegenüber dem Vormonat beinahe unverändert (-20kg/ha) bei 5,38 t/ha, was 2% weniger als das fünfjährige Mittel sind. Gleich wie im Juli und im Durchschnitt bleiben die Erträge von Weizen, Weichweizen und Gerste. Dabei hebt das JRC die Werte von Durum leicht an und senkt die von Sommergerste, wobei beide leicht überdurchschnittlich sind. Die Hektarerträge von Roggen und Raps werden ebenfalls gekürzt - diese jedoch auf unterdurchschnittliche Mengen.
Österreich: Herbst- und auch Sommerernte deutlich nach unten korrigiert
Deutlich nach unten korrigieren die Agrarmeteorologen jedoch die Erträge aus der Sommerernte in Österreich. Der Ertrag von Weizen wird um 5% auf 5,37 t/ha revidiert (-14% zum Vorjahr, -8% zum Fünfjahres-Mittel), der von Weichweizen ebenso um 5% auf 5,43 t/ha (-13% zum Vorjahr, -8% zum Fünfjahres-Mittel), der von Wintergerste um 8% auf 5,94 t/ha (-15% zum Vorjahr, -9% zum Fünfjahres-Mittel) und ebenso viel der von Sommergerste auf 4,20 ha/t (-18% zum Vorjahr, -9% zum Fünfjahres-Mittel), von Roggen um 4% auf 4,37 t/ha (-11% zum Vorjahr, -3% zum Fünfjahres-Mittel), Raps um 8% auf 2,82 t/ha (-14% zum Vorjahr, -10% zum Fünfjahres-Mittel) sowie von Triticale um 6% auf 5,29 t/ha (-15% zum Vorjahr, -5% zum Fünfjahres-Mittel).
Um 12% auf 8,84 t/ha (-21% zum Vorjahr, -15% zum Fünfjahres-Mittel) streicht MARS Österreichs Körnermaisertrag 2026 gegenüber dem Juli zusammen, um 7% den von Grünmais auf 40,7 t/ha (-16% zum Vorjahr, -11% zum Fünfjahres-Mittel), jenen von Sonnenblumen um 10% auf 2,33 t/ha (-22% zum Vorjahr, -13% zum Fünfjahres-Mittel) und den Ertrag von Sojabohnen um 11% auf 2,58 t/ha (-19% zum Vorjahr, -12% zum Fünfjahres-Mittel). Auch Erdäpfel und Zuckerrüben erfahren Kürzungen und bleiben markant unter den ein- und mehrjährigen Vergleichswerten.
Um 12% auf 8,84 t/ha (-21% zum Vorjahr, -15% zum Fünfjahres-Mittel) streicht MARS Österreichs Körnermaisertrag 2026 gegenüber dem Juli zusammen, um 7% den von Grünmais auf 40,7 t/ha (-16% zum Vorjahr, -11% zum Fünfjahres-Mittel), jenen von Sonnenblumen um 10% auf 2,33 t/ha (-22% zum Vorjahr, -13% zum Fünfjahres-Mittel) und den Ertrag von Sojabohnen um 11% auf 2,58 t/ha (-19% zum Vorjahr, -12% zum Fünfjahres-Mittel). Auch Erdäpfel und Zuckerrüben erfahren Kürzungen und bleiben markant unter den ein- und mehrjährigen Vergleichswerten.
Österreichs Umgebung ähnlich und Ungarn noch stärker von Ertragsausfällen getroffen
Ähnlich stark wie Österreich treffen die Kürzungen der Ertragsprognosen in der näheren Umgebung Nachbarschaft Deutschland - insbesondere den Landessüden - sowie Tschechien, die Slowakei, Kroatien und auch Italien, noch dramatischer aber Ungarn: Zum Juli senkt MARS beim östlichen Nachbarn beispielsweise die Körnermaisprognose um 15% auf 3,85 t/ha sowie 27% unter Vorjahres- und 34% unter Durchschnittsniveau.
Zum Teil sprunghaft bessere Herbsternten in Bulgarien, Rumänien und Ukraine
Freuen auf sprunghaft bessere Herbsternten können sich hingegen die Landwirte in Rumänien und Bulgarien: Die Agrarmeteorologen der EU heben Bulgariens Körnermaisertrag zum Vormonat um 16% auf 5,52 t/ha (unglaubliche +126% zum Vorjahr, +29% zum Fünfjahres-Mittel) an und jenen Rumäniens um 11% auf 4,46 t/ha (+13% zum Vorjahr, +11% zum Fünfjahres-Mittel). Sonnenblumen werden in Bulgarien um 4% auf 2,27 t/ha (+37% zum Vorjahr, +13% zum Fünfjahres-Mittel) und in Rumänien um 6% auf 2,01 t/ha (+18% zum Vorjahr, +10% zum Fünfjahres-Mittel) angehoben sowie Sojabohnen in Rumänien um 4% auf 2,17 t/ha (+8% zum Vorjahr, +3% zum Fünfjahres-Mittel).
Überdurchschnittliche Hektarerträge von Weizen (+14% zum Vorjahr, +10% zum Fünfjahres-Mittel), Körnermais (+15% zum Vorjahr, +13% zum Fünfjahres-Mittel) und Sojabohnen (+11% zum Vorjahr, +9% zum Fünfjahres-Mittel) darf ach die Ukraine erwarten. Offen bleibt aber wegen der Eskalation der Kriegshandlungen mit Russland und den gegenseitigen Angriffen auf die Exportlogistik der Erfolg ihrer Ausfuhren.
Überdurchschnittliche Hektarerträge von Weizen (+14% zum Vorjahr, +10% zum Fünfjahres-Mittel), Körnermais (+15% zum Vorjahr, +13% zum Fünfjahres-Mittel) und Sojabohnen (+11% zum Vorjahr, +9% zum Fünfjahres-Mittel) darf ach die Ukraine erwarten. Offen bleibt aber wegen der Eskalation der Kriegshandlungen mit Russland und den gegenseitigen Angriffen auf die Exportlogistik der Erfolg ihrer Ausfuhren.