WASDE August 2026: Kleine Korrekturen globaler Endlager und weitere Senkung der EU-Ernten

Schwarzmeer-Krieg schmälert Russlands Weizen- sowie Weizen- und Maisexport der Ukraine
Das USDA nimmt im August-Report für 2026/27 gegenüber Juli nur geringe Anpassungen an den globalen Endlagerprognosen für Weizen, Mais, Getreide insgesamt und Sojabohnen vor. In der globalen Weizenbilanz münden größere Anfangsbestände trotz verringerter Ernteschätzung - vor allem für die EU und das Vereinigte Königreich und nur geringfügig in USA -in eine minimal erhöhte Endlagerschätzung. Die EU-Weizenendlager werden hingegen gesenkt. Der Schwarzmeer-Krieg zieht verringerte Exportprognosen für Russland und die Ukraine nach sich. Das USDA korrigiert die weltweiten und die US-Maislager sowie neuerlich auch die Maisernte der EU nun den Export der Ukraine nach unten.
Für 2026/27 hebt der WASDE-Report die gesamte weltweite Getreideerzeugung im Monatsabstand minimal um 0,48 Mio. t und aufgrund höherer Anfangsbestände das Angebot um 2,31 Mio.t an. Die Produktion bleibt dennoch um 2,2% oder 67,30 Mio. t unter Vorjahresniveau, das Angebot um 0,95 oder 35,24 Mio. t. Mit einer Verbrauchsteigerung im Jahresabstand um 1,15 Mio.t und gegenüber der Juli-Prognose um 1,40 Mio. t, bauen sich die globalen Getreideendlager 2026/27 um 36,39 Mio. t oder 4,5% ab. Die Endlagerschätzung steigt dabei zum Vormonat minimal um 0,91 Mio. t auf 25,87% des Verbrauchs.

WASDE: USDA-Prognose zu weltweiten Versorgungsbilanzen - August 2026

2025/26
vorl.
2026/27
Prognose
26/27 zu
Vormonat
26/27
zu 25/26
Weizen
Ernte 843,35 819,30 -0,67 -24,05
Angebot 1.103,83 1.099,52 +0,51 -4,31
Verbrauch 823,61 826,27 +0,11 +2,66
Endbestand 280,22 273,25 +0,41 -6,97
Bestand
zu Vorjahr
+19,74 -6,97 +0,77 -12,77
Ratio stock/use 34,02% 33,07% +0,05% -0,95%
Mais
Ernte 1.329,91 1.298,88 +1,79 -31,03
Angebot 1.626,61 1.597,71 +1,95 -28,90
Verbrauch 1.327,78 1.323,05 +2,56 -4,73
Endbestand 298,83 274,66 -0,60 -24,17
Bestand
zu Vorjahr
+2,13 -24,17 +0,76 +22,04
Ratio stock/use 22,51% 20,76% -0,09% -1,75%
Getreide gesamt
Ernte 3.016,88 2.949,58 +0,48 -67,30
Angebot 3.793,74 3.758,50 +2,31 -35,24
Verbrauch 2.984,82 2.985,97 +1,40 +1,15
Endbestand 808,92 772,53 +0,91 -36,39
Bestand
zu Vorjahr
+32,06 -36,39 +0,92 +4,33
Ratio stock/use 27,10% 25,87% +0,02% -1,23%
Sojabohnen
Ernte 429,46 442,25 +0,55 +12,79
Angebot 555,41 567,37 +0,34 +11,96
Verbrauch 430,27 442,02 +0,30 +11,75
Endbestand 125,12 124,21 +0,04 -0,91
Bestand
zu Vorjahr
-0,83 -0,91 -0,25 +0,08
Quelle: WASDE-Bericht des USDA, 12. August 2026, eigene Berechnungen, Angaben in Mio. t. Monatsvergleiche zum Report vom 10. Juli 2026. Anmerkungen: Getreide enthält Weizen, alle Futtergetreide inklusive Mais und Reis. Die Daten von Sojabohnen basieren auf den lokalen Wirtschaftsjahren mit Ausnahme von Argentinien und Brasilien, deren Wirtschaftsjahre auf den Zeitraum Oktober bis September abgestellt werden. Daher können die Daten des globalen Angebots und Verbrauchs sowie von Export und Import nicht korrelieren. Nächster WASDE-Bericht: 11. September 2026.

Global etwas höhere Anfangs- und Endbestände an Weizen

Entgegen der Senkung in der Juli-Prognose hebt das USDA nun im August die globalen Endlager 2025/26 (=die Anfangsbestände 2026/27) von Weizen um 1,18 Mio.t an, davon allein in der EU um 2,50 Mio. t. Es sinkt aber die weltweite Prognose für die Ernte eine Spur um 0,67 Mio. t und steigt die des Verbrauchs um den Hauch von 0,11 Mio. t. Daraus resultiert eine 0,41 Mio. t höhere Endlagerschätzung, was einem Bestandsabbau um 6,97 Mio. t oder 2,5% entspricht. Der Endlageranteil am Verbrauch (stock to use) fällt 2026/27 um einen knappen Prozentpunkt auf 33,07%.

Weizenernten der EU und des Vereinigten Königreichs deutlich gesenkt

Lediglich geringfügig korrigiert das USDA die Weizenernte der USA zum Vormonat um 0,15 Mio. t nach unten. Kräftiger fallen die Kürzungen der Weizenproduktion in der EU um 1,80 Mio. t (134,20 Mio. t, -10,91 Mio. t zum Vorjahr) und das Vereinigte Königreich um 1,50 Mio. t (12,00 Mio. t, +0,04 Mio. t zum Vorjahr) und Brasilien mit 0,60 Mio. t (6,10 Mio. t, -1,97 Mio. t zum Vorjahr) aus. Größere Weizenernten als vor einem Monat erwarten nun Kanada mit plus 1,00 Mio. t (35,00 Mio. t, -4,96Mio. t zum Vorjahr), die Ukraine mit plus 1,40 Mio. t (25,40 Mio. t, +1,30 Mio. t zum Vorjahr) und Kasachstan mit plus 1,00 Mio.t (16,00 Mio. t, -3,33 Mio. t zum Vorjahr).

Weizenexport-Prognosen für Russland und Ukraine wegen Krieg verschlechtert

Als Folge des Kriegs am Schwarzen Meer revidiert das USDA den Weizenexport Russlands um 1,50 Mio. t auf 46,00 Mio. t (-2,00 Mio. t zum Vorjahr) und den der Ukraine um 1,00 Mio. t auf 13,50 Mio. t (-0,60 Mio. t zum Vorjahr) nach unten. Dies schlägt sich in Erhöhungen der Endlagerprognosen - 1,50 Mio. t für Russland und 2,27 Mio. t für die Ukraine - nieder. In Summe sinkt damit weltweit das Exportpotenzial von Weizen gegenüber Juli etwas und steigt die Endlagerprognose für die Exporteure.

Weizen: Lagerabbau in USA auf hohem und in EU auf niedrigem Niveau

Dabei nimmt der Report die US-Weizenendlager zum Juli um eine Spur von 0,15 Mio. t und einen Lagerabbau um 5,53 Mio. t auf aber immer noch satte 38,3% des Verbrauchs zurück (siehe Tabelle unten "Weizen 08-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve").
 
Zum Vergleich die EU: Für die Union senkt der WASDE nicht nur die Ernte neuerlich, sondern hebt auch den Verbrauch um 1,00 Mio. t an - insbesondere weil die Verfütterung um 2,00 Mio. t höher angesetzt wird. Dies kompensiert die um 2,50 Mio. t hinaufgesetzten Anfangsbestände mehr als, die Endlager werden mit einem Abbau um 5,05 Mio. t um 0,3 Mio. t kleiner als vor Monatsfrist angenommen. Sie reichen gerade einmal für 9,6% des Verbrauchs. Der Weizenexport der EU wird unverändert mit 31,00 Mio.t angenommen.

Weizen 08-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve

WJ 2026/27 Verbrauch Endlager stock/use Anteil an
Endlager global
Welt 826,3 273,3 33,1% 100,0%
China 149,0 120,2 80,7% 44,0%
Welt
ohne China
890,0 153,1 17,2% 56,0%
Exporteure 414,8 63,6 15,3% 23,3%
USA 51,0 19,5 38,3% 7,1%
Quelle: Prognose Wirtschaftsjahr 2026/27, WASDE vom 12. August 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet. Verbrauch: Eigenverbrauch + Export, Exporteure: Argentinien, Australien, EU, Kanada, Russland, Ukraine, USA. Anmerkung: WASDE zählt entgegen IGC-GMR Kasachstan nicht zur Gruppe der Exporteure und auch die USA nicht mit. Daten von Kasachstan und USA sind zur besseren Vergleichbarkeit mit IGC-GMR vom Autor in diese Tabelle miteinberechnet.

Mais: Weltweite und US-Ernte etwas angehoben - Endlager sinken aber

In den Maisprognosen setzt der August-Report des USDA gegenüber dem Vormonat die Maisernten weltweit um 1,79 Mio. t (-31,03 Mio. t zum Vorjahr) hinauf, wobei insbesondere die Prognosen für Russland (+1,40 Mio. t) und der Ukraine (+1,80 Mio. t) Steigerungen erfahren. Trotz einer verschlechterten Ertragserwartung steigt wegen einer nunmehr größer angenommenen Anbaufläche auch die Ernteprognose für die USA um 0,33 Mio. t, bleibt aber um 25,59 Mio. t unter dem Vorjahr und dennoch die zweitgrößte in der Geschichte. Bei sonst gleichbleibenden Parametern kürzt das Washingtoner Ressort die US-Maisendlager zum Vormonat um 3,48 Mio. t, sie fallen damit im Jahresvergleich um 7,42 Mio. t (siehe Tabelle unten "Mais 08-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve"). Höhere Endlagerschätzungen treffen auf Russland (+0,50 Mio. t) und die Ukraine zu (+2,80, Mio. t), weil sie bedingt durch den Krieg gleichzeitig weniger Mais ausführen sollen (Russland -0,20 Mio. t, Ukraine -1,00 Mio. t).
 
Die weltweiten Endbestandsprognose für Mais sinkt zum Juli geringfügig um 0,60 Mio. t mit einem Bestandsabbau um 24,17 Mio. t oder 8,1% auf 20,76% des Verbrauchs.

Mais 08-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve

WJ 2026/27 Verbrauch Endlager stock/use Anteil an
Endlager global
Welt 1.323,1 274,7 20,8% 100,0%
China 324,0 165,1 51,0% 60,1%
Welt
ohne China
1.209,5 109,5 9,1% 39,9%
Exporteure 677,1 65,0 9,6% 23,7%
USA 414,8 42,0 10,1% 15,3%
Quelle: Prognose Wirtschaftsjahr 2026/27, WASDE vom 12. August 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet. Verbrauch: Eigenverbrauch + Export. Exporteure: Argentinien, Brasilien, Russland, Südafrika, Ukraine, USA. Anmerkung: WASDE zählt entgegen IGC-GMR die USA nicht bei Gruppe der Exporteure mit, dafür aber Russland und Südafrika. US-Daten sind in diese Tabelle zur besseren Vergleichbarkeit mit IGC-GMR vom Autor miteinberechnet.

EU-Maisproduktion sinkt noch weiter - Verfütterung wird eingeschränkt

Noch weiter verfinstert sich die Aussicht für die Maiserzeugung der EU 2026/27: Das USDA erwartet nur mehr 50,20 Mio.t Mais in der Union - um 3,58 Mio. t weniger als im Juli und um 6,60 Mio.t weniger als im Vorjahr. Das Zuschussgebiet EU wird nunmehr mit 23,50 Mio. t um 1,00 Mio. t (+5,00 Mio. t zum Vorjahr) mehr Mais vom Weltmarkt einführen müssen, um den Verbrauch von 73,00 Mio. t decken zu können, obwohl dieser zum Juli um 1,40 Mio. t zurückgenommen wird und um 0,40 Mio. t unter dem Vorjahr bleibt. 1,00 Mio. t Verbrauchseinschränkung gegenüber dem Vormonat ist in der Verfütterung zu erwarten. Zwar bleiben der aus 2025/26 auch 0,87 Mio. t mehr Mais als Anfangsbestand über, dennoch aber schmelzen die Endlager zum Vorjahr um 0,90 Mio. t ab.

Geringe Anpassungen bei Ölsaaten und Sojabohnen - Bohnenbilanz leicht negativ

Gering fallen auch die Anpassungen der globalen Ölsaaten- und Sojabohnenbilanzen aus. Die US-Sojabohnenernte steigt zum Juli um 1,20 Mio. t auf 122,99 Mio. t (+7,00 Mio. t zum Vorjahr), die weltweite um 0,55 Mio. t. Die Endlager werden global um 0,04 Mio. t angehoben und verringern sich gegenüber 2025/26 um 0,91 Mio. t. Chinas Bohnenimport steht unverändert mit 115,00 Mio. t (+2,00 Mio. t zum Vorjahr zu Buche und der Export der USA mit 45,18 Mio. t (+3,81 Mio. t zum Vorjahr). Brasilien soll unverändert zur letzten Prognose 186,00 Mio. t (+5,50 Mio. t zum Vorjahr) Bohnen einbringen und davon 118,00 Mio. t (+3,00 Mio. t zum Vorjahr) exportieren. Die Ukraine kann aufgrund einer kleineren Anbaufläche heuer weniger Sojabohnen ernten.

Ölsaatenbilanz leicht positiv - EU erntet weniger Sonnenblumen

Im Gegensatz zu den Sojabohnen ist die weltweite Ölsaatenbilanz mit 0,58 Mio. t Bestandsaufbau leicht positiv. Die Sonnenblumenproduktion der EU insgesamt wird wegen der Auswirkungen von Hitze und Dürre auf Frankreich und Ungarn gesenkt, wobei diese von steigenden Prognosen für Rumänien und Bulgarien nicht aufgewogen werden können.