WASDE Juli 2026: Endlager-Prognosen für Weizen, Mais und alles Getreide gesenkt
Weniger Überlager von Weizen und Mais aus 2025/26 - Maisernten herabgesetzt und Weizenverbrauch angehoben
Das USDA senkt in der Juli-Prognose für 2026/27 die globalen Endlager von Weizen, Mais, Getreide insgesamt sowie Sojabohnen gegenüber Juni. um jeweils eine Spur an. Die Ernten mit Ausnahme von Sojabohnen fallen kleiner aus als im Vorjahr und werden für Weizen um einen Hauch und Mais etwas mehr nach unten korrigiert. Gleichzeitig setzt der Report die Verbrauchserwartung beim Weizen hinauf und die beim Mais herab. In Summe fällt die Prognose für den Bestandsabbau bei Weizen, Mais, Getreide insgesamt und Sojabohnen etwas höher aus als vor Monatsfrist. Die Ernte von Weizen in der EU und ein Abbau der Endbestände bleiben gleich zum Juni, die Maisernte wird spürbar herab- und der Import hinaufgesetzt.
2026/27 soll die gesamte weltweite Getreideerzeugung nach einer Senkung im Monatsabstand um 3,27 Mio. t nun um 64,73 Mio. t unter dem Vorjahresrekord zu liegen kommen. Da der Verbrauch nun um 2 Mio. t al s im Mais und um 2,23 Mio. t größer als 2025/26 geschätzt wird, resultieren 35,47 Mio. t Lagerabbau auf knapp 26% des Verbrauchs. Die Endlagerprognose sinkt dabei zum Vormonat um 8,97 Mio. t und das Abschmelzen der Endlager wird zum Juni um 5,27 Mio. t stärker erwartet.
WASDE: USDA-Prognose zu weltweiten Versorgungsbilanzen - Juli 2026
| 2025/26 vorl. |
25/26 zu Vormonat |
2026/27 Prognose |
26/27 zu Vormonat |
26/27 zu 25/26 |
|
| Weizen | |||||
| Ernte | 843,77 | -0,59 | 819,97 | -0,09 | -23,80 |
| Angebot | 1.103,65 | -0,23 | 1.099,01 | -1,00 | -4,64 |
| Verbrauch | 824,61 | +0,67 | 826,16 | +1,57 | +1,55 |
| Endbestand | 279,04 | -0,91 | 272,84 | -2,58 | -6,20 |
| Bestand zu Vorjahr |
+19,16 | -1,26 | -6,20 | +1,67 | -12,96 |
| Ratio stock/use | 33,84% | -0,14% | 33,03% | -0,38% | -0,81% |
| Mais | |||||
| Ernte | 1.327,70 | +1,03 | 1.297,09 | -3,29 | -30,61 |
| Angebot | 1.623,91 | +1,26 | 1.595,76 | -7,98 | -28,15 |
| Verbrauch | 1.325,24 | +5,95 | 1.320,49 | -2,03 | -7,98 |
| Endbestand | 298,67 | -4,69 | 275,26 | -5,96 | -23,41 |
| Bestand zu Vorjahr |
+2,46 | -4,92 | -23,41 | +1,27 | +20,95 |
| Ratio stock/use | 22,54% | -0,46% | 20,85% | -0,42% | -1,69% |
| Getreide gesamt | |||||
| Ernte | 3.013,83 | +2,45 | 2.949,10 | -3,27 | -64,73 |
| Angebot | 3.789,43 | +3,21 | 3.756,19 | -6,97 | -33,24 |
| Verbrauch | 2.982,34 | +6,91 | 2.984,57 | +2,00 | +2,23 |
| Endbestand | 807,09 | -3,70 | 771,62 | -8,97 | -35,47 |
| Bestand zu Vorjahr |
+31,48 | -4,47 | -35,47 | +5,27 | +3,99 |
| Ratio stock/use | 27,06% | -0,19% | 25,85% | -0,32% | -1,21% |
| Sojabohnen | |||||
| Ernte | 429,46 | +0,26 | 441,70 | +0,36 | +12,24 |
| Angebot | 555,39 | +0,19 | 567,03 | +0,17 | +11,64 |
| Verbrauch | 429,33 | +1,38 | 441,72 | +0,94 | +12,39 |
| Endbestand | 125,33 | -0,19 | 124,17 | -0,71 | -1,16 |
| Bestand zu Vorjahr |
-0,60 | +0,12 | -1,16 | +0,52 | +0,56 |
| Ratio stock/use | 29,19% | -0,14% | 28,11% | -0,22% | -1,08% |
Quelle: WASDE-Bericht des USDA, 10. Juli 2026, eigene Berechnungen, Angaben in Mio. t. Monatsvergleiche zum Report vom 11. Juni 2026. Anmerkungen: Getreide enthält Weizen, alle Futtergetreide inklusive Mais und Reis. Die Daten von Sojabohnen basieren auf den lokalen Wirtschaftsjahren mit Ausnahme von Argentinien und Brasilien, deren Wirtschaftsjahre auf den Zeitraum Oktober bis September abgestellt werden. Daher können die Daten des globalen Angebots und Verbrauchs sowie von Export und Import nicht korrelieren. Nächster WASDE-Bericht: 12. August 2026.
Prognose von Weizenangebot vor allem wegen kleinerer Überlager nach unten korrigiert
Das USDA senkt aufgrund niedrigerer als bisher angenommener Überlager (u.a. USA -0,4 Mio. t, EU -0,3 Mio. t) in einigen Ländern das globale Weizenangebot 2026/27 um 1,00 Mio. t (-4,64 Mio. t zum Vorjahr), und setzt die Ernteprognose nur um 0,09 Mio. t auf 819,97 Mio. t (-23,80 Mio. t zum Vorjahr) hinab. Die US-Weizenproduktion wird dabei lediglich eine Spur um 0,2 Mio. t auf 41,81 Mio. t (-12,2 Mio. t zum Vorjahr) nach unten korrigiert, ist aber die kleinste seit 1970/71. Die Ernte Kanadas sinkt um 1,00 Mio. t auf 34,00 Mio. t (-5,96 Mio. t zum Vorjahr), die der EU bleibt unverändert bei 136,00 Mio. t (-9,11 Mio. t zum Vorjahr). Jene für Russland (88,50 Mio. t, -1,80 Mio. t zum Vorjahr) und der Ukraine (24,00 Mio. t, -0,10 Mio. t zum Vorjahr) werden nach oben revidiert. Die Verbrauchserwartung, weil etwa Indien, der Jemen, Saudi-Arabien und Somalia mehr Weizen konsumieren sollen, fällt gegenüber Juni um 1,57 Mio. t und gegenüber 2025/26 um 1,55 Mio. t höher aus. Damit wird die globale Weizenbilanz 2026/27 im Jahresabstand um 6,20 Mio. t oder um 0,81% des Verbrauchs leichter. Zum Juni-WASDE sinkt die Endlagerprognose um 2,58 Mio. t und fällt der Lagerabbau um 1,67 Mio. t stärker aus. Es bleiben nunmehr 33,03% des Weizenverbrauchs mit lokal sehr unterschiedlicher lokaler Verteilung (siehe Tabelle unten "Weizen 07-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve") auf Lager (stock to use).
Gegenüber Juni ändern die Washingtoner Experten an der EU-Weizenbilanz nur die Anfangs- und Endbestände um jeweils 0,3 Mio. t nach unten. Es kommt so wie im vorigen WASDE zu 2,25 Mio.t Lagerabbau auf gerade einmal 10% des Verbrauchs. Zum Vergleich: Die Weizenendlager der USA schmelzen um 5,38 Mio. t (+0,19 Mio.t zum Vormonat) ab, bleiben aber auf 38,5 5 stock to use.
Gegenüber Juni ändern die Washingtoner Experten an der EU-Weizenbilanz nur die Anfangs- und Endbestände um jeweils 0,3 Mio. t nach unten. Es kommt so wie im vorigen WASDE zu 2,25 Mio.t Lagerabbau auf gerade einmal 10% des Verbrauchs. Zum Vergleich: Die Weizenendlager der USA schmelzen um 5,38 Mio. t (+0,19 Mio.t zum Vormonat) ab, bleiben aber auf 38,5 5 stock to use.
Weizen 07-2026: Anteil Endlager an Verbrauch und globaler Reserve
| WJ 2026/27 | Verbrauch | Endlager | stock/use |
| Welt | 826,2 | 272,8 | 33,0% |
| China | 149,0 | 120,7 | 81,0% |
| Welt ohne China |
890,2 | 152,2 | 17,1% |
| Exporteure | 414,3 | 60,7 | 14,6% |
| USA | 51,0 | 19,7 | 38,5% |
| EU | 143,8 | 14,3 | 10,0% |
Quelle: Prognose Wirtschaftsjahr 2026/27, WASDE vom 10. Juli 2026, eigene Berechnungen, Zahlenangaben in Mio. t, gerundet.
Verbrauch: Eigenverbrauch + Export,
Exporteure: Argentinien, Australien, EU, Kanada, Russland, Ukraine, USA.
Anmerkung: WASDE zählt entgegen IGC-GMR Kasachstan nicht zur Gruppe der Exporteure und auch die USA nicht mit. Daten von Kasachstan und USA sind zur besseren Vergleichbarkeit mit IGC-GMR vom Autor in diese Tabelle miteinberechnet.
Mehr Weizenexport für Russland, Argentinien und Ukraine wiegt weniger für Kanada auf
Das USDA hebt die Schätzung des Welthandelsvolumens mit Weizen zum Juni um 1,10 Mio. t an, das sind aber um 14,03 Mio. t weniger als 2025/26. Anhebungen der Exportprognosen um jeweils 0,50 Mio. t für Russland (47,50 Mio. t, -0,50 Mio. t zum Vorjahr), Argentinien (15,00 Mio. t, -3,50 Mio. t zum Vorjahr) und die Ukraine (14,50 Mio. t, +0,50 Mio. t zum Vorjahr) gleichen eine Kürzung für Kanada um 0,50 Mio. t (27,50 Mio. t, -2,50 Mio. t zum Vorjahr) mehr als aus. Die Weizenausfuhr der EU bleibt bei 31,00 Mio. t (-0,50 Mio. t zum Vorjahr).
Globale Maiserzeugung vor allem wegen hitzebedingtem Ertragsausfall in EU gesenkt
Stärker als die Schätzung der Produktion von Weizen revidiert das USDA im Monatsabstand die von Mais, nämlich um 3,27 Mio. t (-64,73 Mio. t zum Vorjahr) hinunter. Dies ist vor allem einer Revision der EU-Maisernte um 3,72 Mio. t (53,78 Mio. t, -3,02 Mio.t zum Vorjahr) geschuldet. Dazu werden nunmehr die Überlager aus 2025/26 um 4,69 Mio. t kleiner als zuvor angesetzt. Rekordhitze habe das Ertragspotenzial in der EU geschädigt, allenfalls könne Frankreich nur die schwächste Maisernte seit mehr als drei Jahrzehnten einfahren, und auch Ungarns Ernte wird geschmälert. Mit und 28,15 Mio. t weniger Angebot als im Vorjahr (-7,98 Mio. t zum Juni) und 7,98 Mio. t (-2,03 Mio. t zum Juni) schwächerem Verbrauch über das Jahr bauen sich die globalem Maislager 2026/27 um 23,41 Mio. t (1,27 Mio. t weniger als laut vorigem WASDE) ab, wobei das USDA seine Endlagerprognose zum Juni um 5,96 Mio. t senkt.
Beispielsweise sollen die Maislager der USA trotz Anhebung der Ernte um 0,13 Mio. t (406,42 Mio. t, -25,92 Mio. t zum Vorjahr) um 5,85 Mio. t kleiner werden, auch weil man sich 1,27 Mio. t (81,28 Mio. t, -3,18 Mio. t) mehr Export als vor einem Monat erhofft und die Überlager aus 2025/26 kleiner als bisher geglaubt sind. Der Maisexport der Ukraine wird nach wie vor auf derselben Höhe wie im Vorjahr auf 23,00 Mio. t geschätzt. Mit sinkender Ernteerwartung und trotz Revision des Verbrauchs im Monatsabstand um 0,40 Mio. t (74,40 Mio. t, +0,40 Mio. t zum Vorjahr) nach unten, steigt der Importbedarf der Union binnen Monatsfrist um 3,00 Mio. t auf 22,50 Mio. t (+4,00 Mio. t zum Vorjahr). China soll seinen Lagerstand 2026/27 bei steigendem Verbrauch um 12,02 Mio. t abbauen, aber immer noch 60% der weltweiten Maisreserven im Ausmaß von fast 51% seines Jahresbedarfs horten. Weltweit liegt dieses Verhältnis stock to use beim Mais bei knapp 21%.
Beispielsweise sollen die Maislager der USA trotz Anhebung der Ernte um 0,13 Mio. t (406,42 Mio. t, -25,92 Mio. t zum Vorjahr) um 5,85 Mio. t kleiner werden, auch weil man sich 1,27 Mio. t (81,28 Mio. t, -3,18 Mio. t) mehr Export als vor einem Monat erhofft und die Überlager aus 2025/26 kleiner als bisher geglaubt sind. Der Maisexport der Ukraine wird nach wie vor auf derselben Höhe wie im Vorjahr auf 23,00 Mio. t geschätzt. Mit sinkender Ernteerwartung und trotz Revision des Verbrauchs im Monatsabstand um 0,40 Mio. t (74,40 Mio. t, +0,40 Mio. t zum Vorjahr) nach unten, steigt der Importbedarf der Union binnen Monatsfrist um 3,00 Mio. t auf 22,50 Mio. t (+4,00 Mio. t zum Vorjahr). China soll seinen Lagerstand 2026/27 bei steigendem Verbrauch um 12,02 Mio. t abbauen, aber immer noch 60% der weltweiten Maisreserven im Ausmaß von fast 51% seines Jahresbedarfs horten. Weltweit liegt dieses Verhältnis stock to use beim Mais bei knapp 21%.
Etwas mehr Ölsaaten und Sojabohnen - aber neuerlich leichter Bestandsabbau bei Soja
Bei den Ölsaaten geht der Report nun von einer größeren Produktion von Raps, Sonnenblumen und Baumwolle sowie in geringem Ausmaß auch von Sojabohnen aus. Die Sojabohnenproduktion soll das Vorjahr um 12,24 Mio. t übertreffen, und um 12,39 Mio. t soll der Verbrauch zulegen. Dies bedeutet einen Lagerabbau um 1,16 Mio. t bei den Sojabohnen, um 0,52 Mio. t mehr als vor Monatsfrist und etwas mehr als im Vorjahr. Für die Ölsaaten insgesamt läuft es in der Bilanz auf einen minimalen Lageraufbau um 0,26 Mio. t hinaus.